„Die Mitteilung über die extrem angespannte Lage im Brotzu-Krankenhaus bestätigt genau das, was Cimo Sardegna nach der Veröffentlichung der regionalen Zielvorgaben für die Krankenhausleitungen berichtete. Diese Vorgaben wurden immer strenger, ohne das eigentliche Problem des Gesundheitssystems in Cagliari anzugehen: den Bettenmangel.“ Dies erklärte Emanuele Cabras, stellvertretender Regionalsekretär der Ärztegewerkschaft Cimo und Geschäftsführer des Brotzu-Krankenhauses. Im Namen seiner Kollegen bestätigte er die zunächst angekündigte und dann heruntergespielte Bettenkrise im größten Krankenhaus Sardiniens: Die Krankenhausleitung von Arnas hatte sich an die Region gewandt und von Überbelegung in zehn Abteilungen sowie einer nicht mehr gewährleisteten Patientensicherheit berichtet.

Laut Cimo Sardegna zeigt die Situation, wie das Krankenhaussystem der Metropolregion unter extremem organisatorischem Druck steht: „Im Großraum Cagliari fehlen schätzungsweise 40 orthopädische Betten, wovon etwa 35 auf die lokale Gesundheitsbehörde 8 entfallen. Unter diesen Umständen sind Überbelegung in den Notaufnahmen, ein Rückgang der Krankenhausaufnahmen und Schwierigkeiten bei der Durchführung rechtzeitiger chirurgischer Eingriffe unvermeidlich“, erklärt die Gewerkschaft in einer Stellungnahme.

Cabras betont, dass die kritische Lage auch die regionalen Ziele für die Behandlung von Oberschenkelbrüchen innerhalb von 48 Stunden direkt beeinflusst: „Wir können keine ständig steigenden Standards erwarten, wenn es an Betten für die Aufnahme von Patienten mangelt . Das Problem ist nicht das Engagement der medizinischen Fachkräfte, die eine enorme Arbeitsbelastung bewältigen, sondern die reduzierte Versorgungskapazität des Systems.“

Aus diesem Grund fordert Cimo Sardegna die Region auf, die Wiedereröffnung fehlender orthopädischer Betten formell in die Ziele der Geschäftsführer des Raumes Cagliari aufzunehmen. „Noch vor konkreten Zahlen brauchen wir funktionierende Einrichtungen, Betten, Personal und eine funktionierende Organisation. Ohne diese Maßnahmen riskieren wir, die Verantwortung auf Unternehmen und Fachkräfte abzuwälzen, was letztendlich auf Planungs- und Strukturmängel zurückzuführen ist.“

Der Vorschlag zur Reaktivierung eines strukturierten Orthogeriatrie-Programms im Marino-Krankenhaus lautet daher: „Eine moderne Orthogeriatrie-Abteilung würde die Versorgung gebrechlicher älterer Menschen verbessern, den Druck auf Akutkrankenhäuser verringern und das Traumamanagement in der Metropolregion effizienter gestalten.“

„Der Fall Brotzu zeigt, dass wir es nicht mit sporadischen kritischen Ereignissen zu tun haben, sondern mit einem strukturellen Problem, das ein sofortiges Eingreifen und eine echte Gesundheitsplanung erfordert“, schlussfolgert Cabras.

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