In Sassari sind die architektonischen Barrieren für Menschen mit Behinderungen nach wie vor zu hoch. Gestern fand erneut eine Demonstration in der Viale Umberto vor dem Gerichtsgebäude in Sassari statt, wo Francesca Arcadu, Vizepräsidentin des Italienischen Verbandes zur Bekämpfung von Muskeldystrophie für Sassari, Dokumente bezüglich des Erbes ihrer Mutter unterzeichnen sollte. Doch sie und ihr Rollstuhl stießen auf ein unüberwindbares Hindernis.

„Eine sehr hohe Hürde“, sagt Francesca, „die ich nicht überwinden konnte.“ Und hier wird die Situation surreal, denn die Unterlagen müssen ohnehin unterschrieben werden, aber nicht drinnen in der Klimaanlage, sondern – da der Zugang zur Kanzlei unmöglich ist – draußen auf der Straße in der brütenden Hitze, die die Stadt und die Insel in letzter Zeit heimgesucht hat. „Etwa eine halbe Stunde verging, und alle Angestellten waren sehr freundlich zu mir, erinnerten mich aber daran, dass das Problem schon länger bekannt sei.“ Und daran wird sich wohl auch nichts ändern, denn anscheinend sind ein Umbau und der Bau einer Rampe in absehbarer Zeit nicht geplant.

„Aber ich frage mich, wie das so weitergehen soll“, fügt Francesca hinzu und betont dann einen wichtigen Punkt: „Was wäre gewesen, wenn es geregnet hätte? Wo hätte ich Schutz finden können?“ Eine verzwickte Situation, diesmal zusätzlich verschärft durch die emotionale Belastung des Verlusts ihrer Mutter. Sie reiht sich ein in die vielen anderen Situationen, in denen das Leben von Menschen mit Behinderungen durch die unzähligen Hindernisse der städtischen Architektur erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht wird. „Willkommen in der Zivilisation“, schließt sie bitter.

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