Der Mord an Chiara Carta: Drei Jahre nach der Tragödie beginnt der Prozess gegen ihre Mutter.
Die Experten sind geteilter Meinung, ob es sich um eine leichte oder vollständige Unfähigkeit der Frau handelt, zu verstehen und zu wollen.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Es war der Vorabend der Sartiglia, als am 18. Februar 2023 die unbeschwerte Lebensfreude eines dreizehnjährigen Mädchens jäh zerstört wurde . Heute, einen Tag nach der Sartiglia, hat – durch eine seltsame Fügung des Schicksals, genau drei Jahre nach der Tragödie – der Prozess um den Tod von Chiara Carta aus Sili begonnen.
Vor den Richtern des Schwurgerichts Cagliari erschien die 54-jährige Monica Vinci in Begleitung ihres Verteidigers Gianluca Aste. Staatsanwalt Valerio Bagattini beantragte die Anhörung seines Sachverständigen Stefano Ferracuti (Professor an der Sapienza-Universität Rom), der in seinem Gutachten argumentierte, die Mutter sei halbseitig gebrechlich und daher teilweise verantwortlich. Rechtsanwältin Anna Paola Putzu (Klägerin im Zivilverfahren für Piero Carta, den Vater des Mädchens) unterstützte den Antrag. Verteidiger Gianluca Aste widersprach dem Antrag jedoch mit der Begründung, der Sachverständige hätte seine Aussage bereits in der Vorverhandlung abgeben müssen (wo er lediglich ein schriftliches Gutachten eingereicht hatte). Das Gericht gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft schließlich statt. Neben dem Sachverständigen werden auch weitere Experten angehört: Professor Maurizio Marasco, Sachverständiger von Richterin Federica Fulgheri vom Gericht Oristano, und Professor Giampaolo Pintor, Verteidiger. Beide Zeugen sind sich einig, dass Monica Vinci zum Zeitpunkt des Unglücks schwer krank war. Beide erinnern sich an die Krankheiten, an denen die Frau in der Vergangenheit litt, und betonen, dass sie eine Gefahr für sich und andere darstellte. Der Prozess wurde auf den 11. März vertagt.
DIE ERMITTLUNG – Laut den Ermittlungen litt die 54-Jährige seit einiger Zeit unter schweren psychischen Problemen. Sie hatte sich bereits in der Vergangenheit in Behandlung befunden, doch ihr Zustand verschlechterte sich erneut und führte schließlich zu der Tragödie vom 18. Februar 2023 in dem Haus in der Via Martiri del Risorgimento in Silì. Dort stach die Frau mehrmals auf ihre Tochter ein und versuchte anschließend, sich durch einen Sprung aus dem Fenster das Leben zu nehmen.
Ein endloses Drama um ein junges, viel zu früh beendetes Leben, für den Vater Piero Carta und seine Familie, aber auch für die Mutter, die mit der schweren Last ihrer Tat leben muss.
