„Unwiderruflicher“ Rücktritt mit sofortiger Wirkung. In einem Schreiben an den Verwaltungsrat, die Regionalpräsidentschaft und das Industrieministerium gab CACIP-Präsidentin Barbara Porru ihren Rücktritt von ihrem Amt an der Spitze des Industriekonsortiums Cagliari bekannt. Sie hatte die Situation vorausgesehen: Drei Bürgermeister im Verwaltungsrat (Mario Puddu für Assemini, Beniamino Garau für Capoterra und Angelo Dessì für Sarroch) hatten die Einberufung der heutigen Hauptversammlung beantragt, auf der ein Misstrauensvotum gegen die Präsidentin auf der Tagesordnung stand.

Nun beginnt der Machtkampf um die Nachfolge (die Position könnte dem Bürgermeister von Capoterra zugesprochen werden). Und es handelt sich dabei möglicherweise nicht nur um ein politisches Manöver, um in Macchiareddu präsent zu bleiben. Capip zieht Tecnocasic mit dessen gescheiterter Sanierung der Müllverbrennungsanlage mit sich, die bisher nur Geld verbrannt hat. Die Tochtergesellschaft kann den Haushalt ohne den millionenschweren Beitrag (es wäre der späteste in den letzten Jahren) des Mutterkonzerns nicht genehmigen: Die Lücke könnte durch Gelder der lokalen Steuerzahler über den Tari (wird dieser erhöht?) geschlossen werden. Doch da ist auch noch das gewaltige Problem der Freizone.

Die Entscheidung zum Rücktritt, schreibt Porru, „ergibt sich aus einer fortschreitenden Schwächung der Bedingungen der Zusammenarbeit und des gegenseitigen institutionellen Vertrauens, die die Ausübung der Rolle des Präsidenten notwendigerweise kennzeichnen müssen, und zwar in einer besonders heiklen Zeit für das Konsortium und seine Tochtergesellschaft Tecnocasic Spa“, heißt es in dem Dokument.

In den vergangenen Monaten, unter anderem durch eingehende Analysen der Organe des Konsortiums, „sind bedeutende kritische Fragen hinsichtlich der Führung der Tochtergesellschaft aufgetaucht, die in den kommenden Monaten besonders schwierige Entscheidungen und ein hohes Maß an institutionellem Zusammenhalt zwischen den Organen des Konsortiums erfordern werden.“

Für Porru sind „die Voraussetzungen für die weitere Ausübung der Präsidentschaft mit der nötigen Gelassenheit nicht mehr gegeben .“ Es folgen Danksagungen. Und eine Schlussbemerkung, die wie eine Warnung klingt. Porru hofft, dass „die Organisation wieder vollen Zusammenhalt in ihren Gremien findet und die erheblichen Herausforderungen, vor denen das Konsortium und Tecnocasic Spa stehen, im ausschließlichen Interesse der öffentlichen Güter, der Beschäftigten und der von ihnen verwalteten Gemeinschaft zügig und verantwortungsvoll angehen kann.“

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