Nach einer Anhörung, die den ganzen Vormittag dauerte, bestätigte das Sassari-Überprüfungsgericht die vom Voruntersuchungsrichter des Nuoro-Gerichts gegen Franco Saba angeordnete Vorsichtsmaßnahme des Hausarrests im Rahmen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nuoro wegen versuchter Erpressung.

Saba, der gestern als Bürgermeister wiedergewählt wurde und von Rechtsanwalt Gianluigi Mastio vertreten wird, war der einzige Kandidat in der Stadt und hatte bereits am Sonntag die Schwelle von 40 % Wahlbeteiligung überschritten.

Heute Morgen waren die Staatsanwälte Andrea Jacopo Ghironi und Riccardo Belfiori bei der Anhörung vor dem Revisionsgericht anwesend.

Die Ermittlungen weiten sich aus: Die Staatsanwaltschaft Nuoro hat Fabrizio Porcu, einen ehemaligen Stadtrat, der laut Anklage der Nutznießer der mutmaßlichen Begünstigung im Zentrum der Ermittlungen sein soll, als Verdächtigen benannt. Porcu, vertreten durch die Anwältin Patrizia Campus, wurde kürzlich einer Hausdurchsuchung unterzogen und wird wegen versuchter Erpressung ermittelt. Laut der von den Richtern Belfiori und Ghironi koordinierten Rekonstruktion der Ermittler dreht sich der Fall um die verweigerte Einstellung in einem neuen BESS-Industriewerk in Ottana. Nachdem die Stelle an einen anderen, als besser qualifiziert geltenden Kandidaten aus Ottana vergeben worden war, wurde Druck ausgeübt, der laut Anklage schließlich in der Blockierung des Sondertransports eines großen Transformators für das Werk gipfelte. Der Fall ist eng mit dem des Unternehmers Raffaele De Maio (vertreten durch Basilio Brodu) verknüpft, gegen den ein Aufenthaltsverbot verhängt wurde. Auf politisch-administrativer Ebene wählten die Bürger nach den seismischen Untersuchungen in Ottana mit überwältigender Mehrheit einen Bürgermeister unter Hausarrest. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,79 %, ein Anstieg gegenüber 57,85 % bei der vorherigen Wahl vor fünf Jahren. Damit wurde Saba für seine dritte Amtszeit in Folge wiedergewählt. Er kann nun den Stadtrat ernennen, muss dies aber vor einem möglichen Suspendierungsbeschluss tun, der – wie bereits vor einem Monat – voraussichtlich von der Präfektur erlassen wird.

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