Er wurde wegen eines ironischen Videos über Seetang im sardischen Meer angefeindet und beleidigt.

Die Geschichte, die sich auf dem Instagram-Profil der Familie Grimat abspielt, veranschaulicht perfekt die Funktionsweise sozialer Medien und die empfindliche (manchmal unangemessene) Art vieler sardischer Nutzer. Ein Vater (Luca Grizzanti), eine Mutter (Francesca Mattuzzi) und ihre Tochter beschließen, vor ihrem 18. Geburtstag 100 Länder der Welt zu bereisen. Er arbeitet in einer Fabrik, sie ist Kellnerin. Sie begeben sich auf ihr preisgünstiges Abenteuer und geben ihren Hunderttausenden von Followern Tipps – unter anderem zum Sparen.

Ein Experiment, um die Welt, ihre eigene, zu entdecken. In Sardinien hat dies zu einer (scheinbar) unvermeidlichen Kontroverse geführt, die auf einer Mischung klassischer Elemente beruht: Der „Festlandbewohner“, der sich auf der Insel zu Wort meldet, stellt etwas in Frage. Und er wird von den Sarden beleidigt, während die „Internetnutzer“ empört reagieren. Schade, dass die „Kritik“ diesmal eindeutig ironisch gemeint war. Viele haben sie verstanden. Doch ebenso viele, viel zu viele, haben sich Beschimpfungen hingegeben.

Das Video der „Misshandlung“ hat 6,6 Millionen Aufrufe erzielt. Oben steht die Bildunterschrift: „Sardinien hat nicht das schönste Wasser der Welt.“ Darunter sieht man ihn im kristallklaren Meer, von makelloser Schönheit. Er imitiert einen fiktiven Sarden: „ Nein, denn wir haben das schönste Wasser der Welt“, sagt er hochnäsig. „Dann komme ich nach Sardinien … seht: eine Alge.“ Und er zieht das einzelne, kleine, harmlose Seegrasblatt heraus. „Sarden, kommt mal runter von eurem Podest, es ist nicht das schönste Wasser der Welt“, fügt Grizzanti hinzu. Es war eindeutig ein Video mit einer gegenteiligen Aussage. Es bedeutete genau das Gegenteil von dem, was gesagt wurde.

Aber nichts. Empörung herrschte vor. So sehr, dass derselbe Autor Tage später, fast fassungslos, einen weiteren Beitrag verfassen musste, um zu zeigen, wie viele Sarden das Kompliment an ihre Insel nicht verstanden hatten. Eine Frau beleidigte ihn, jemand schrieb: „Ironie, diese Fremde!“ Und sie antwortete erneut: „Ich bin keine Fremde, ich bin Sardinerin.“ Hier verstand sie einen simplen Text nicht. Nachdem sie nicht einmal die Illustrationen (im Video) verstanden hatte.

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