Daniele Cossellu wird mit seiner Autobiografie im MusMat in Olbia im Mittelpunkt stehen.
Die vom Mario Cervo Archiv kuratierte Initiative sieht die Beteiligung des Kurators Sebastiano Pilosu vor.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Das sardische Kulturerbe Canto a tenore, ein UNESCO-Weltkulturerbe, wird im MusMat in Olbia präsentiert: Am Freitag, den 30. April, wird ab 18:30 Uhr das Buch „Il canto di una vita“ (Das Lied eines Lebens), die Autobiografie eines seiner unbestrittenen Protagonisten, Daniele Cossellu, vorgestellt.
Die vom Mario-Cervo-Archiv kuratierte Initiative wird die Beteiligung des Kurators Sebastiano Pilosu und des Autors selbst beinhalten. Das Buch zeichnet über neunzig Lebensjahre nach und verwebt Cossellus persönliche Geschichte mit der kollektiven Geschichte des authentischen Sardiniens. Geboren in Bitti, im Herzen der Barbagia, wurde Cossellu zu einer zentralen Figur des Canto a tenore; von klein auf tauchte er in diese Tradition der Gemeinschaft ein und lernte ihre ungeschriebenen Regeln und ihre enge Verbindung zum Alltag kennen.
Der legendäre Leiter der Tenores Remunnu 'e Locu, Cossellu, leistete einen entscheidenden Beitrag zur internationalen Verbreitung des Canto a tenore. Mit seiner Gruppe trat er auf Bühnen rund um den Globus auf und trug eine uralte Musiktradition über die Grenzen der Insel hinaus, ohne jemals ihr Wesen zu verfälschen. Ihr Werk erregte die Aufmerksamkeit weltbekannter Künstler wie Peter Gabriel und Persönlichkeiten wie Ornette Coleman und Frank Zappa, die von der Ausdruckskraft dieser Tradition fasziniert waren. Der von Sebastiano Pilosu mit pädagogischem Ansatz herausgegebene Band enthält Anekdoten, Begegnungen und Zeugnisse, die Cossellus künstlerischen und persönlichen Werdegang nachzeichnen. Canto a tenore war nie eine einfache Aufführung, sondern vielmehr ein intimer Ausdruck von Gemeinschaft: Selbst in den entlegensten Winkeln bleibt der Bezugspunkt die Heimat, als ob jede Aufführung an die Einwohner von Bitti gerichtet wäre.
Diese gemeinschaftliche Dimension macht den Canto a tenore zu einer lebendigen, nicht-musealen Kunstform, die sich mit der Welt auseinandersetzen kann, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Die Präsentation bietet daher eine wertvolle Gelegenheit, nicht nur mehr über Daniele Cossellu zu erfahren, sondern auch über den kulturellen Wert des Canto a tenore nachzudenken. Dieser Band eröffnet die Reihe „Suoni. Studien zur Musik und mündlichen Dichtung Sardiniens“, die in Zusammenarbeit mit dem ISRE – Istituto Superiore Regionale Etnografico – gefördert wird und die Bedeutung von Forschung und Wissensvermittlung für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Traditionen der Insel unterstreicht.
