Die Patienten werden auf Tragen in den Fluren der Station untergebracht, ohne Rufsysteme, zentrale Sauerstoffversorgung und ausreichende Privatsphäre, bei einem stark unausgewogenen Verhältnis von Pflegekräften zu Patienten, das in manchen Schichten bis zu einer Pflegekraft für jeweils 14-15 Patienten beträgt.

Dies ist der von NurSind Cagliari in der Abteilung Medizin 1 des Arnas Brotzu gemeldete Sachverhalt, der Gegenstand eines formellen Berichts ist, der an das regionale Gesundheitsamt, die Geschäftsführung des Arnas Brotzu, Spresal und die Arbeitsinspektion weitergeleitet wurde.

Laut der Mitteilung befinden sich auf der Station Berichten zufolge mindestens ein Dutzend Patienten mehr als Betten zur Verfügung stehen. Einige von ihnen müssen auf Tragen, die entlang der Stationen aufgestellt sind, in den Fluren liegen. „Die Pflegekräfte haben zutreffend eine Situation beschrieben, in der die Patientenrechte massiv verletzt werden und die Arbeitsbedingungen eine angemessene, umfassende und individuelle Versorgung verhindern“, schrieb Provinzsekretär Fabrizio Anedda. „ Die in einer Art ‚Zug‘ entlang der Stationen aufgestellten Tragen behindern zudem den Transport von Wagen, Betten und elektromedizinischen Geräten und führen so zu erheblichen Störungen der regulären Patientenversorgung und der Hotel- und Hauswirtschaftsdienste.“

Diese Situation, so prangert die Gewerkschaft an, gefährdet sowohl die Patientensicherheit als auch die Gesundheit der Beschäftigten , die einer massiven Arbeitsüberlastung und zunehmendem emotionalen und beruflichen Stress ausgesetzt sind. „Es ist leicht nachzuvollziehen, warum Fachkräfte in solchen Arbeitsumgebungen dazu neigen, so schnell wie möglich zu kündigen. Der akute Personalmangel, insbesondere im Pflegebereich, ist bekannt und wird durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen in andere Einrichtungen aufgrund öffentlicher Ausschreibungen noch verschärft.“

NurSind fordert nun eine sofortige Bewertung der Lage und die Verabschiedung dringender Korrekturmaßnahmen. Sollten keine konkreten Maßnahmen ergriffen werden, kündigt die Gewerkschaft die Anwendung „weiterer Formen der Repräsentation und des Protests an, um die Rechte von Fachkräften und Patienten zu schützen“.

(Unioneonline/vf)

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