Cagliari, keine Bars und Restaurants mehr in historischen Vierteln: Der Plan des Stadtrats zur Bekämpfung von „wilden Lebensmitteln“.
Ein parteiübergreifender Antrag im Palazzo Bacaredda zielt darauf ab, die Zunahme von Bars und Restaurants einzudämmen. Der Plan sieht Änderungen des Stadtplanungsgesetzes vor, um Neueröffnungen zu verbieten und den Charakter der historischen Stadtviertel zu bewahren.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Über die Jahre hat sich das historische Zentrum zu einer riesigen Freiluftgastronomiezone entwickelt. Nun wird ein Projekt diskutiert, das die unkontrollierte Ausbreitung von Bars und Restaurants in den vier historischen Vierteln eindämmen und traditionelle Handwerksbetriebe wiederbeleben soll. Dies ist die Richtung, die in einem neuen Antrag skizziert wird, der von den Stadträten Matteo Massa (Progressive) und Massimiliano Piccoi (Reformer), dem Vorsitzenden bzw. Vizepräsidenten des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, unterzeichnet und dem Stadtrat von Cagliari vorgelegt wurde. Die Namen der Unterzeichner spiegeln den Willen von Mehrheit und Opposition wider, das Projekt voranzutreiben. Es wurde bereits vom Ausschuss gebilligt und wartet nun auf die Abstimmung im Palazzo Bacaredda. Dessen erklärtes Ziel ist es, das vielfältige Handelsangebot in den historischen Vierteln Cagliaris wiederherzustellen, die Identität des Gebiets zu bewahren und das Verschwinden hochwertiger Geschäfte in den alten Vierteln zu verhindern.
Wie? Der Plan sieht vor, die Chancen der neuen Wettbewerbsregeln zu nutzen, um einer ungezügelten Deregulierung entgegenzuwirken. Kernpunkt ist die Umsetzung des „Markt- und Wettbewerbsgesetzes“. Während die Landesgesetzgebung die allgemeine unternehmerische Freiheit uneingeschränkt gewährleistet, räumt sie den Kommunen gleichzeitig eine wichtige Befugnis ein: die Möglichkeit, in historischen Stadtkernen aus Gründen des Stadtbildes, der Sicherheit sowie des Schutzes von Umwelt und Kulturerbe Beschränkungen und Schutzmaßnahmen zu erlassen.
„Es ist notwendig, Gelegenheiten zu nutzen, um vom Niederlassungsrecht abzuweichen und die Freiheit zur Eröffnung neuer Geschäfte einzuschränken, um die besonderen Merkmale der Altstadt zu schützen“, heißt es im Beschluss des Stadtrats. Der Antrag schlägt eine vielschichtige Strategie zur Neugestaltung der städtischen Wirtschaftsstruktur vor. An erster Stelle steht die Anpassung des Bebauungsplans. Geplant ist, Wettbewerbsregeln in den städtischen Flächennutzungsplan zu integrieren und bestimmte Bereiche der Altstadt zu identifizieren, in denen die Ansiedlung bestimmter Geschäfte eingeschränkt werden soll . Zudem sollen die Regelungen für Außengastronomie, die bereits für die Piazza Yenne und den Largo Carlo Felice (wo Außengastronomie verboten ist) gelten, auf weitere repräsentative Straßen und Plätze ausgeweitet werden. Die strengen Regeln für die Nutzung öffentlicher Flächen und Ausstattungen sollen auch dort Anwendung finden. Darüber hinaus wird eine „Kommission für architektonische Qualität“ die landschaftliche und ökologische Verträglichkeit der neuen Aktivitäten bewerten. Gleichzeitig wird eine detaillierte Studie zur wirtschaftlichen Ausrichtung der Stadt durchgeführt und eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadtentwicklungsbehörde (SUAPE), der Stadtplanung, des privaten Bauwesens, des Umweltamtes und des Marktamtes eingerichtet, um alle Genehmigungen zu koordinieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Initiative ist der Schutz traditioneller Betriebe, die nicht ausschließlich Speisen und Getränke anbieten. Das Dokument fordert die Region auf, die nicht rückzahlbaren Zuschüsse für Handwerksbetriebe zu erhöhen. Gefordert wird eine Erhöhung der Förderquote (derzeit 40 %) für Kunsthandwerks-, Traditions- und Spezialitätengeschäfte, die im historischen Zentrum eröffnen. Der Gastronomiebereich soll von zusätzlichen Anreizen ausgenommen werden . Stadtrat und Bürgermeister werden aufgefordert, die im Antrag festgelegten Verpflichtungen in operative Regelungen und Aktionspläne umzusetzen und diese mit den Wirtschaftsverbänden abzustimmen. „Der Antrag wurde einstimmig angenommen, da dieses Projekt nicht politisch motiviert ist“, erklärt Massimiliano Piccoi. „Es bedarf einer Planung mit dem Ziel, einen Geschäftsplan zu entwickeln, der sicherstellt, dass Neueröffnungen nicht ausschließlich auf Lebensmittel ausgerichtet sind, sondern auch qualifizierte Betriebe fördert.“
