Die vom Aldo-Moro-Studienzentrum in Cagliari angestoßene Debatte zum öffentlichen Nahverkehr stellte klar: „Es ist Zeit für eine Reform, die Bürger, Regionen und Entwicklung in den Mittelpunkt stellt.“ Die Initiative förderte den Austausch zwischen Institutionen, Verwaltungsangestellten und Unternehmen der Branche. Sie knüpfte an die einführende Rede von Gianluigi Piano, Mitglied der Verkehrskommission des Regionalrats, an, der den lokalen öffentlichen Nahverkehr in den Mittelpunkt einer Vision stellte, die ihn nicht nur als Dienstleistung, sondern als strategischen Hebel zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, zur Förderung des territorialen Zusammenhalts und zur Bekämpfung der Abwanderung betrachtet. Dieser Ansatz prägte die Diskussionen der Konferenz, in der der neue regionale Verkehrsplan, der Dreijahresplan für Dienstleistungen und ein umfassendes Reformgesetz als notwendige Instrumente identifiziert wurden, um Sardinien auf die Erneuerung der Dienstleistungsverträge zum 31. Dezember 2026 vorzubereiten.

Die regionale Verkehrsdezernentin Barbara Manca betonte, dass eine Reform dieses Ausmaßes und insbesondere der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs eine angemessene finanzielle Unterstützung erfordern. Sie forderte daher eine schrittweise Erhöhung der Mittel für den lokalen öffentlichen Nahverkehr von derzeit 170 Millionen Euro, da ein flächendeckenderes und effizienteres Angebot strukturelle Investitionen voraussetzt.

Giovanni Mocci, CEO von ARST, und Fabrizio Rodin, Präsident von CTM, gaben anschließend einen aktualisierten Überblick über die zentralen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven ihrer jeweiligen Unternehmen. Rodin hob insbesondere hervor, dass die Kundennachfrage zunehmend auf eine höhere Servicefrequenz, ein flächendeckenderes Netz und eine Ausweitung der Dienstleistungen über die bisherigen Versorgungsgebiete von CTM hinaus ausgerichtet ist.

Der Bürgermeister von Cagliari, Massimo Zedda, dehnte die Diskussion auf die Mobilität in der gesamten Metropolregion aus und betonte die Notwendigkeit, den öffentlichen Nahverkehr mit der Stadtplanung und anderen Mobilitätsinfrastrukturen zu verknüpfen.

Die abschließende politische Perspektive wurde vom Regionalsekretär der Demokratischen Partei, Silvio Lai, dargelegt. Er lenkte die Diskussion auf die strategische Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für die Zukunft Sardiniens. Er schlug vor, die eingehende Studie durch eine neue Diskussion fortzusetzen, die auf einer Analyse des tatsächlichen Mobilitätsbedarfs der Insel sowie der ihn bestimmenden demografischen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren basiert. Dies soll die Ausgestaltung der Reform mit einem aktualisierten Rahmen unterstützen, der den tiefgreifenden Veränderungen Rechnung trägt.

Lai skizzierte anschließend die Reformvision für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs auf Sardinien: Der öffentliche Nahverkehr darf nicht länger als Kostenfaktor betrachtet werden, der eingespart werden muss, sondern muss einen echten Wertschöpfungsfaktor darstellen, gleichrangig mit Gesundheitsversorgung und Bildung. Denn er ist eine der Voraussetzungen dafür, dass Menschen in der Region leben, arbeiten und bleiben können. Nach über zwanzig Jahren ohne eine grundlegende Reform der Dienstleistungsverträge von ARST und den Nahverkehrsunternehmen von Cagliari, Sassari, Nuoro und Olbia müssen wir mutig eine neue Ära der Reform einleiten, die Schwächen der Region und den verbleibenden Widerstand überwinden, ein pluralistisches Nahverkehrssystem stärken und ein integriertes, auf partizipativer Steuerung basierendes und auf die Bürger und ihre neuen Mobilitätsbedürfnisse ausgerichtetes Nahverkehrssystem aufbauen.

Das Aldo-Moro-Studienzentrum wird diesen Diskussionsprozess in den kommenden Monaten fortsetzen und weitere Möglichkeiten für vertiefte Gespräche schaffen, um zur Definition einer Reform beizutragen, die den Bedürfnissen Sardiniens gerecht wird und die Entwicklung des Mobilitätssystems der Insel unterstützt.

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