Eine Veranstaltung wurde abgesagt, gegen eine andere wird protestiert, was zu Spannungen auf den Straßen führen könnte. Die antifaschistische Bewegung in Cagliari ist aktiv, während der Geist der Feierlichkeiten vom 25. April noch spürbar ist.

Eines ist bereits festzuhalten: Die Einwände der Koordinierungsstelle führten dazu, dass der Stadtrat die Genehmigung für den Vortrag von Professor Raimondo Zucca mit dem Titel „Die Geburt Roms und die Geschichte des zweiten und dritten Roms“ widerrief. Der Vortrag war für den Nachmittag des 21. April im Lazzaretto geplant. Veranstalter war der rechtsextreme Verein La Caravella. Die Betreiber des öffentlichen Raums hatten eine Verzichtserklärung verlangt, in der bestätigt wurde, dass die Veranstaltung keine politischen Implikationen haben würde.

„Wie schon unter der letzten Zedda-Regierung“, wirft die antifaschistische Koordinierungsgruppe aus Cagliari vor, „gibt es keinerlei Kontrolle über die Anträge dieser sogenannten Vereine auf öffentliche Räume, die es schaffen, diverse Genehmigungen und Zulassungen zu erhalten.“ Nachdem das Problem gemeldet worden war, schritt das Rathaus umgehend ein und sagte die Veranstaltung in letzter Minute ab. „Und der Saal war bereits bezahlt“, hatten die Organisatoren erklärt, als sie gezwungen waren, die Veranstaltung kurzfristig abzusagen.

Doch damit nicht genug: Morgen, am 29. April, jährt sich der Tod von Sergio Ramelli, einem jungen Kämpfer der Jugendfront, der sich von den Verletzungen, die ihm ein Angriff von Kämpfern der Avanguardia Operaia zugefügt hatte, nicht mehr erholen konnte.

Es war 1975. Und morgen, 41 Jahre später, ist auf dem nach dem jungen Mann benannten Platz (neben der Piazza Repubblica) eine Gedenkfeier geplant, die von rechtsgerichteten Kreisen organisiert wird.

„Nur wenige Tage nach dem 25. April erlebt unsere Stadt erneut ein Treffen von Nostalgikern der 20-Jahre-Ära“, so die antifaschistische Koordinierungsgruppe der Stadt. „Angesichts einer weiteren, vom Polizeipräsidium Cagliari autorisierten Provokation bekräftigen wir Antifaschisten unsere Notwendigkeit, jedem Versuch, unsere Plätze, unsere Stadt und unser Land in eine Brutstätte vulgärer neofaschistischer Propaganda zu verwandeln, mit allen Mitteln entgegenzutreten.“ Das Treffen findet um 18:00 Uhr auf der Piazza Garibaldi, unweit des Veranstaltungsortes, statt.

„Antifaschismus ist kein historischer Jahrestag“, heißt es in der Erklärung, „sondern eine Praxis, die in der Gegenwart durch klare Aktionen und konfrontative Vorgehensweisen verankert sein muss, die modernen Faschisten jeglicher Art keinen Raum lassen.“

Enrico Fresu

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