Cabras, San Salvatore ist im Dorf angekommen: Das Ritual des Barfußlaufs wurde erneuert.
Neunhundert Männer in weißen Gewändern transportierten erneut die Statue des Heiligen von Cabras.Man sieht die Morgendämmerung, einen Heiligen, eine Fahne, einen Strom von Menschen in Weiß, leuchtende Augen und Tränen, die über leidende Gesichter strömen. Man hört das Stampfen der Füße, die erst über den Asphalt und dann über die Feldwege laufen, und die Hitze, als die Läufer an den Gläubigen vorbeirauschen. Ein ergreifendes Bild des Glaubens. Und dann ist da all das Intime. Das, was die Läufer kaum ausdrücken können. Und was oft nicht sichtbar ist. Eine Geste, die seit Jahrhunderten zu Ehren des Heiligen Salvatore wiederholt wird: des Jesus der Menschen von Cabras. Heute Morgen wurde das Ritual des Barfußlaufs erneuert: 900 Männer in weißen Gewändern trugen erneut die Statue des Heiligen von Cabras nach San Salvatore .
Das Ritual
Die Freude bricht erst am Ende, um neun Uhr, aus. Wenn die Leistung vollbracht ist. Das Laufen löst wie von Zauberhand die Anspannung und vertreibt die Angst vor dem Scheitern. So berichten die Läufer, wenn sie nach acht Kilometern barfuß als Zeichen ihrer Hingabe das Dorf erreichen. Manche liefen, um ein Gelübde zu erneuern. Für viele Cabrarese ist es Pflicht, ja Notwendigkeit, das neue Jahr im Frieden mit sich selbst, gelassen und gereinigt nach der großen Anstrengung zu beginnen. Alle umarmen sich, alle tauschen gute Wünsche aus, alle sind bewegt. Ein Herz, ein Glaube, der Glaube an San Salvatore, der es einmal im Jahr schafft, die ganze Gemeinschaft zu vereinen.
Das Rennen
Heute begann der Tag im Morgengrauen in den drei weiß geschmückten Schiffen der Kirche Santa Maria. Zuerst die Messe, dann die Prozession durch die Straßen des Zentrums, und schon ging es los. Doch erst nachdem die Glocken nach Jahren des Schweigens zu diesem Anlass wieder geläutet hatten. Eine Überraschung für alle, gefolgt von einem riesigen Applaus. Diese Reise des Glaubens und der Versprechen beginnt mit der roten Fahne, die in der Ferne weht. Zuerst Asphalt. Und dann die langen Feldwege der Sinis-Berge, wo eine riesige Staubwolke aufsteigt. Eine Menge Gläubiger erwartet die Läufer. Der Heilige ist angekommen. Heute wird den ganzen Tag über ein großes Fest gefeiert. In den kleinen, alten Häusern sind die Tische reich gedeckt mit Süßigkeiten und Vernaccia-Wein. Denn San Salvatore ist auch dies: Freude, Glück. Morgen, bei Sonnenuntergang, wird die Reise umgekehrt. Die Läufer werden das Dorf verlassen, um die Statue zurück zur Kirche Santa Maria Assunta in Cabras zu bringen. Diese menschliche Schlange wird wieder die Feldwege der Sinis durchqueren. Und an diesem Punkt ist die Abstimmung beendet.
