Die uralten Farben der Trachten von Cabras sind schon von Weitem zu erkennen: das Weiß der bestickten Blusen, das Gelb der Kopftücher und das Gold, Braun, Grün und Violett der Röcke. Sie kommen zügig an. Barfuß. Obwohl sie erschöpft sind. In zwei Reihen aufgestellt und in ihr Gebet vertieft, singen sie „is coggius“, die Gebete auf Sardisch. Auf ihren müden Gesichtern vermischt sich Schweiß mit ein paar Tränen. Heute Morgen waren es 400 barfüßige Frauen, die
Sie brachten die Statue des Heiligen Salvatore von der kleinen Kirche San Salvatore di Sinis zur Pfarrkirche Santa Maria Assunta in Cabras. Im Morgengrauen, direkt nach der Messe, brachen sie auf den langen Feldwegen der Sinis auf. Insgesamt acht Kilometer, zurückgelegt mit tiefem Glauben und Andacht. Am Dorfeingang begrüßten viele Gläubige und einige Touristen die alte Holzstatue des Heiligen Salvatore. Auch Verlobte, Brüder, Söhne und Ehemänner waren da. Alle warteten barfüßige Frauen auf sie. Sogar die Kleinsten waren anwesend, in den Armen ihrer Mütter, ebenfalls barfuß und in sardischer Tracht. Zahlreiche Feuerwerkskörper kündigten die Ankunft des Heiligen im Dorf an. Es war die letzte Etappe des Festes des Heiligen Salvatore und der Abschluss der Reise, die am 28. August begonnen hatte, als die Frauen selbst in den frühen Morgenstunden Cabras verließen, um die kleine Statue zum ländlichen Heiligtum zu begleiten. Heute wurde die Reise in umgekehrter Richtung beendet. „Wieder einmal hat sich Cabras seinem Erlöser anvertraut und jene Gesten wiederbelebt, die die Erinnerung an unsere Identität bewahren. Mit der Rückkehr von Santu Srabadoeddu schließen wir die Feierlichkeiten ab, doch die Andacht und das Gefühl der Einheit, die diese Tage geprägt haben, bleiben in unseren Herzen und Gedanken verankert“, sagte Bürgermeister André aAbis. „Heute haben wir Jesus die letzte Ehre erwiesen“, sagte Pfarrer Monsignore Giuseppe Sanna und hieß die Frauen in der Pfarrkirche willkommen. „Wir haben unsere Pflicht erfüllt, mit Glauben und Opferbereitschaft. San Salvatore nach den Tagen der Novene und zum Abschluss der Feierlichkeiten nach Cabras zurückzubringen, ist für uns ein Moment tiefer Verbundenheit mit der Gemeinde“, erklärte Maria Francesca Spanu, Vorsitzende des Vereins Santu Srabadoeddu. Nun sind die Feierlichkeiten endgültig vorbei. Das Dorf San Salvatore ist wieder still.

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