Brände, Kontroverse um Brandschneisen: „Fünf Meter reichen nicht aus; die Sicherheit der Haushalte hat Vorrang vor der Landwirtschaft.“
Der Bürgermeister von Villaspeciosa: „Produktive Tätigkeiten sind unerlässlich, aber das Leben der Bürger hat Vorrang.“ Das Nationale Katastrophenschutzkomitee (Quartu NOS) erklärte: „Am Sonntag spielten sich schreckliche Szenen ab.“Der fünf Meter breite Brandschutzstreifen reicht nicht mehr aus: „Ich werde die zuständigen Behörden nachdrücklich auffordern, diese Maßnahmen zu überprüfen und dabei die Einführung spezifischer Verbote für den Anbau von Feldfrüchten in der Nähe von Wohngebieten in Betracht zu ziehen.“
Der Bürgermeister von Villaspeciosa, Gianluca Melis, ist sich dessen sicher, da er erneut mit einem Brand zu kämpfen hatte, der die Häuser seiner Gemeinde bedrohte.
Laut geltendem Recht müssen Grundstückseigentümer einen drei Meter breiten Schutzstreifen entlang ihrer Grundstücksgrenzen mähen. Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen erhöht sich dieser Streifen auf fünf Meter. Dies sei zu wenig, meint der Bürgermeister und veröffentlichte ein aufschlussreiches Video: Flammen auf einem Feld reichten bis an die Häuser heran.
„Die Wiederholung solcher Vorfälle, ob vorsätzlich oder fahrlässig, macht deutlich, dass die bisherigen Sensibilisierungsmaßnahmen nicht mehr ausreichen. Es ist Zeit für einen Kurswechsel“, so der Bürgermeister.
Die Überlegungen beginnen mit der Feststellung, dass „landwirtschaftliche Tätigkeit ein grundlegender Wert für unsere Gemeinschaft ist und niemand beabsichtigt, sie zu behindern. Sie darf jedoch in keiner Weise das primäre Recht der Bürger auf ein sicheres Leben überwiegen. Wir können nicht akzeptieren, dass der Schutz einer Ernte über den Schutz von Menschen und ihren Häusern gestellt wird.“
Aus diesem Grund gibt Melis bekannt, dass sie beschlossen hat, sich für strengere Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Sicherheit einzusetzen.
Seine Begründung erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Region um Cagliari seit Stunden gegen Brände kämpft. Freiwillige des Zivilschutzes von Quartu NOS berichten von „Szenen des Schreckens unter den Anwohnern, da ein Pflegeheim in Monastir und Nuraminis von den Flammen bedroht ist“. Sie wurden zur Unterstützung der lokalen Einsatzkräfte hinzugezogen. Um die Brände zu löschen und die Menschen in der Region zu retten, wurden gestern neben der regionalen Feuerwehrflotte zwei Canadair-Hubschrauber eingesetzt.