Betrug bei landwirtschaftlichen Flächen im Raum Nuoro: drei Carabinieri-Ermittlungen, bei denen es um unrechtmäßige Beiträge in Höhe von über 427.000 € geht.
Gefälschte Mietverträge, zinslose Darlehensvereinbarungen mit seiner verstorbenen Frau und vorgetäuschte Diebstähle von Hunderten von Schafen(Foto Cc)
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Sie sollen unrechtmäßig öffentliche Gelder erhalten haben, indem sie gefälschte Verträge und Bescheinigungen vorlegten und sogar Viehdiebstahl vortäuschten. Dies ergaben Ermittlungen der Carabinieri des Provinzkommandos Nuoro im Rahmen von Kontrollen zur ordnungsgemäßen Verwendung von Fördermitteln für den Agrarsektor und die ländliche Entwicklung. Die Ermittlungen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Bekämpfung von EU-Betrug im Agrarsektor, die in Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft Nuoro und dem Provinzkommando der Carabinieri durchgeführt wird, um die korrekte Verwendung öffentlicher Gelder sicherzustellen.
Im Zuge der von der Staatsanwaltschaft am Gericht Nuoro koordinierten Ermittlungen hat die Polizeistation Budoni drei Gesellschafter und Geschäftsführer eines Unternehmens mit Sitz in Desulo wegen des Verdachts des schweren Betrugs mit dem Ziel der Erlangung öffentlicher Gelder in Untersuchungshaft genommen. Den Ermittlungsergebnissen zufolge sollen die Verdächtigen gefälschte Pachtverträge für Grundstücke in der Region Budoni abgeschlossen haben, um unrechtmäßig Fördermittel der staatlichen Entwicklungsbehörde (ARGEA) zu erhalten und so insgesamt 303.099 € unrechtmäßig kassiert zu haben. Das Gericht Nuoro hat die drei Angeklagten zur Hauptverhandlung zugelassen.
In Gavoi haben Beamte der Carabinieri der örtlichen Polizeistation einen Landwirt wegen schweren Betrugs zum Erhalt öffentlicher Gelder und Urkundenfälschung angezeigt. Der Mann soll in den Unternehmensunterlagen für die Jahre 2020 bis 2025 fälschlicherweise den Besitz zahlreicher Grundstücke bescheinigt und zudem zinslose Darlehensverträge mit seiner verstorbenen Ehefrau vorgetäuscht haben. Dadurch soll er unrechtmäßige Fördermittel in Höhe von insgesamt 82.366,27 € erhalten haben. Die Ermittlungen ergaben in beiden Fällen, dass die tatsächlichen Eigentümer der Grundstücke keinerlei Kenntnis davon hatten, dass die Grundbuchdaten ihrer Grundstücke für Anträge auf EU-Fördergelder missbraucht wurden.
Ein weiterer Vorfall wurde von den Carabinieri der Polizeistation Orotelli gemeldet. Sie erstatteten Anzeige gegen einen ortsansässigen Landwirt wegen ähnlicher mutmaßlicher Straftaten. Laut Ermittlern täuschte der Mann den Diebstahl von 350 Schafen vor, um deren Abwesenheit bei einer vom örtlichen Gesundheitsamt auf seinem Hof durchgeführten Zählung zu rechtfertigen. Durch den mutmaßlichen Betrug erhielt er unrechtmäßig ARGEA-Beiträge in Höhe von rund 42.000 €.
