Ein lebenslänglich Inhaftierter hat aus dem Gefängnis Bancali einen Ausbruchsversuch unternommen. Dies teilte die Gefängnispolizeigewerkschaft Consipe durch ihren Generalsekretär Roberto Melis mit. Laut Gewerkschaftsmitteilung gelang es dem Häftling, über die Mauer des Fußgängerstegs zu klettern und das Dach der Einrichtung in der Nähe des sogenannten „Rotonda San Sebastiano“ zu erreichen. Beamte konnten ihn direkt an der Außenmauer stoppen.

„Wir erleben einen weiteren Vorfall, der verdeutlicht, wie fragil die Sicherheit unserer Einrichtungen ist“, erklärte Melis. „Dass es einem Häftling gelang, über die Mauer des Ganges zu klettern und das Dach der Rotunde zu erreichen , zeigt eine Schwachstelle auf, die wir uns nicht länger leisten können. Nur dem professionellen und schnellen Handeln der diensthabenden Beamten ist es zu verdanken, dass der Fluchtversuch nicht erfolgreich war.“

„Unter diesen Bedingungen zu arbeiten ist nicht länger hinnehmbar“, fügt Melis hinzu. „Die Einrichtung in Sassari und ihre Mitarbeiter benötigen dringend Unterstützung. Wir fordern das Justizministerium, die Strafvollzugsbehörde und die regionale Gefängnisbehörde auf , einzugreifen und sensible Bereiche wie die Gänge zu sichern, die allzu oft die Schwachstelle des Gefängnissystems darstellen.“

Die autonome Gefängnispolizeigewerkschaft (SAPPE) griff ebenfalls in den Fluchtversuch ein. „Gegen 14:30 Uhr“, erklärt Antonio Cannas, nationaler Delegierter der SAPPE für Sardinien, „bestand es einem rumänischen Häftling, in den Gang zu klettern und dann über ein Wasserrohr das Dach des Kreisverkehrs ‚San Sebastiano‘ zu erreichen, um aus der Anstalt zu fliehen.“ Die diensthabenden Beamten, so die Gewerkschaft, „entdeckten einen alternativen Zugang vom Bereich über dem Lager des Verteidigungsministeriums, der Werkstatt, in der die Häftlinge arbeiten. Zwei Beamte konnten den Mann daraufhin von hinten erreichen und ihn mit Unterstützung weiterer Beamter überwältigen, wodurch seine Flucht verhindert wurde.“

„Wir müssen noch einmal“, erklärten Cannas und Donato Capece, Generalsekretär von SAPPE, „die Professionalität, den Mut und den Dienstgeist der Männer und Frauen der Gefängnispolizei hervorheben, die oft unter schwierigen Bedingungen arbeiten, aber täglich für Sicherheit und Rechtmäßigkeit in den Strafvollzugsanstalten sorgen.“

Die Gewerkschaft betont, dass dieser Vorfall die gravierenden Probleme des Gefängnissystems bestätigt und bekräftigt die Notwendigkeit erhöhter Ressourcen, ausreichenden Personals und struktureller Maßnahmen, um ähnliche Situationen künftig zu verhindern. Der Häftling wurde umgehend in Sicherheit gebracht, und die entsprechenden Ermittlungen werden nun eingeleitet.

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