Zugegeben: Hawaii ist der fünfzigste Bundesstaat. Es ist die Heimat eines Amerikaners. Doch im Sommer gab es keine Möglichkeit, die Botschaft zu vermitteln, dass auf der anderen Seite des Ozeans, im Mittelmeer, ein Land mit einem ganz besonderen Meer liegt: Sardinien. Die Entdeckung verlief schleppend, fast verspätet. Doch heute ist die Entwicklung beeindruckend: Seit 2019 sind die Ankünfte von US-Touristen um 220,2 % gestiegen, die Aufenthaltsdauer sogar um 246,4 %.

Verdienste zählen hier nicht. Es ist das Ehrenzeichen derer, die politisch erfolgreicher waren als andere. Letztendlich ging es darum, über einen längeren Zeitraum hinweg die Weichen zu stellen. Im Jahr 2025 erreichten die Ankünfte amerikanischer Touristen, also die Übernachtungen, auf Sardinien 400.000. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet diese Rekordzahl einen Anstieg von 34 %. Innerhalb von zwei Jahren stiegen die Zahlen um 80 %. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von rund 50 Prozentpunkten, einschließlich des Jahres 2022, in dem die Touristenzahlen aus den USA bereits um 134,3 % zulegten. Dies deckt sich perfekt mit dem Anstieg der Übernachtungen um 134,8 %. Heute spielt der US-amerikanische Urlaubsmarkt auf Augenhöhe mit europäischen Reisenden: Nach den Ankünften aus den Niederlanden und Österreich, die nur einen Katzensprung von Sardinien entfernt liegen, folgen nun die Amerikaner.

Soziologisch betrachtet, lässt sich bei jedem neuen Tourismusphänomen eine Bezugspyramide erkennen, die das wachsende Interesse an dem neuen Reiseziel erklärt. Ein Reiseziel ist eng mit geografischem Wissen verknüpft, das insbesondere bei sogenannten Luxusurlaubern – also Menschen mit extrem hoher Kaufkraft, die exklusive, individuelle und luxuriöse Erlebnisse suchen – deutlich zunimmt. Hinzu kommen Interessenten für Segeln, Geschichte sowie Kulinarik und Wein.

Drei Interessen, die weit voneinander entfernt scheinen, aber alle entscheidend für den Tourismus sind. Hinzu kommt die Sichtbarkeit: mehr Kommunikation über Sardinien, auch im Ausland, obwohl die Popularität der Amalfiküste und der Toskana in den USA derzeit noch nicht erreicht ist. Um das Ausmaß zu verdeutlichen und das Wachstumspotenzial aufzuzeigen: Im Jahr 2024 reisten 2,7 Millionen Amerikaner nach Italien. Die 400.000 Besucher Sardiniens, mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3,3 Nächten pro Tourist, entsprechen etwas mehr als 121.000 Besuchern. Das sind 4,5 % der Gesamtzahl.

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