Sie kehrte vor wenigen Tagen nach Macomer zurück, nachdem sie dreieinhalb Monate bei den Xaverianer-Patres in Sierra Leone verbracht hatte. Sie war im Februar abgereist, kurz vor der Verleihung des renommierten „Nino Carrus“-Preises. Ihre Zeit in Afrika war eine prägende Erfahrung menschlichen und spirituellen Wachstums, die ihr die Begegnung mit unterschiedlichsten Lebensrealitäten und Kulturen ermöglichte.

Die Missionarin Alessia Mureddu erzählt ihre Geschichte: „Es war eine wunderschöne Erfahrung, die ich intensiv erlebt habe, trotz der kulturellen Unterschiede und trotz der Entfernung zu meinen Eltern, meiner Schwester, meinen Verwandten und meinen Freunden.“

„Sobald ich in Kabala als Gast der Xaverianer-Gemeinschaft ankam“, erklärt Alessia, „tauchte ich sofort in eine Welt ein, in der ich sah, dass Menschen – Kinder, Mädchen und Jungen wie ich – nicht die gleichen Möglichkeiten haben, die wir für selbstverständlich halten. Sie leben anders als wir. Meine Aufgabe war es, Kunst an einer Grundschule zu unterrichten, obwohl das Schulsystem völlig anders ist als das europäische. Deshalb habe ich auch andere Dinge getan. Ich habe oft mit den Kindern aus der Nachbarschaft gespielt, wir haben gelacht und gescherzt, und schnell entstand eine tiefe Freundschaft zwischen uns.“

Alessia wohnte im Haus der Xaverianerpatres. „Ich hatte ein anderes Mädchen aus Mailand bei mir, Cristina, die Englischlehrerin war. Wir standen morgens um 6:30 Uhr auf und gingen in die Kirche. Wir frühstückten zusammen, gingen zur Schule oder kümmerten uns um den Haushalt. Um 12:30 Uhr wurde das Mittagessen von einer Köchin zubereitet, oft aber auch von Cristina und mir. Nachmittags spielten wir. Oft unternahmen wir auch andere Dinge. Ich sang zum Beispiel im Chor, und wir unternahmen Ausflüge und besuchten oft die umliegenden Dörfer. Einmal fuhren wir sogar ans Meer, aber das war weit weg.“

Alessia ließ in jenem abgelegenen Dorf im afrikanischen Hinterland auch Freunde zurück: „Emmanuel, Joshua und viele andere junge Männer. Freunde, mit denen ich immer noch telefoniere. Vielleicht fahre ich eines Tages zurück, um sie zu besuchen und zu sehen, ob sich etwas verändert hat.“

© Riproduzione riservata