Sardinien setzt auf Luxuskreuzfahrten: Bis Dezember werden voraussichtlich 54 Luxusschiffe anlegen, und der Heimathafen wird ausgebaut.

Die Sea Cloud Spirit kehrt heute mit über hundert Passagieren, hauptsächlich Deutschen, nach Olbia zurück, bevor sie zu einer exklusiven Tour mit Zwischenstopps in Bonifacio, Portoferraio, Calvi, Alghero und Porto Cervo aufbricht. Zu den Gästen an Bord gehören Reisende aus Deutschland, den USA, Japan, der Schweiz, England, Spanien, Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Von den 298 geplanten Ankünften im Jahr 2026 umfasst das aktualisierte Programm 96 im Luxus- und Ultra-Luxus-Segment mit schätzungsweise 26.500 Passagieren von den mehr als 800.000 Kreuzfahrtpassagieren, die in diesem Jahr erwartet werden.

Viele internationale Marken haben sich entschieden, in Sardinien und den Luxuskreuzfahrtsektor zu investieren: Die Four Seasons I legte zwischen dem 25. und 26. März in Cagliari an, die Gigayacht Vidanta machte im Juni in Olbia und Golfo Aranci Halt, und eine dritte lief am 16. November Cagliari an.

Cagliari verfügt über 46 Häfen, Olbia über 29; die wichtigsten sind jedoch Golfo Aranci (8 von 8), Porto Torres (9 von 9) und Arbatax (4 von 5). Ein weiteres Merkmal des Luxussektors ist die Strategie, mehrere Häfen zu nutzen.

Im Fahrplan 2026 beispielsweise befährt die Belle des Océans die Route Porto Torres-Olbia sechsmal und verlängert diese zwischen dem 23. und 26. Oktober bis zum Hafen von Cagliari. Die Clio verkehrt derweil viermal zwischen Arbatax und Cagliari. Die Renaissance, betrieben von der Compagnie Française de Croisières, soll am 14. Oktober in Oristano-Santa Giusta anlegen.

Die zeitliche Verteilung ist ebenso aussagekräftig, mit einem Höhepunkt in den Herbstmonaten. Während im August in diesem Segment des gesamten Hafensystems nur drei Anläufe stattfinden und somit ausreichend Platz für große Schiffe im aktuellen Markt vorhanden ist, weisen die sogenannten Übergangsmonate das stärkste Wachstum auf: 16 Anläufe im September, 23 im Oktober, 12 im November und 3 im Dezember.

Insgesamt entfielen 54 der 96 Luxuslandungen des gesamten Jahres auf die letzten vier Monate. Ein weiterer Vorteil im kommerziellen Bereich ist der Ausbau der Flugverbindungen, insbesondere zwischen Olbia und den Vereinigten Staaten (New York und Newark mit Delta und United Airlines).

„Das Interesse neuer internationaler Reedereien und der Markteintritt großer Marken“, so Domenico Bagalà, Präsident der sardischen Seehafenbehörde , „belegen Sardiniens Fähigkeit, sich als wettbewerbsfähiges Ziel für hochwertigen Kreuzfahrttourismus zu etablieren. Die Konzentration der Anläufe in der Nebensaison bietet eine konkrete Chance, neue saisonale Schwankungen zu schaffen. Die Stärkung der interkontinentalen Verbindungen nach Olbia eröffnet zudem die konkrete Möglichkeit, die Heimathafenfunktionen in weiteren Häfen des Systems auszubauen und unseren Regionen nicht nur einen eintägigen Zwischenstopp, sondern auch einen Aufenthalt vor und nach der Kreuzfahrt zu ermöglichen.“

(Unioneonline)

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