Sardinien gehört nicht länger zu den Schlusslichtern in Italien in der Palliativversorgung: Die jüngsten Erhebungen zeigen eine Trendwende. „Die Daten belegen eindeutig, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärt Alessandra Todde, Präsidentin der Region und kommissarische Gesundheitsrätin.

Bis vor wenigen Jahren zählte Sardinien in Italien zu den Regionen mit der schlechtesten Palliativversorgung. Das Versorgungsnetz war fragmentiert, es bestanden erhebliche regionale Ungleichheiten und die Versorgung, insbesondere im Bereich der häuslichen Pflege, war unzureichend. Im Jahr 2024 verbesserte sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren: 1.697 erwachsene Patienten wurden zu Hause palliativmedizinisch und im Hospiz betreut, was 37 % des geschätzten nationalen Bedarfs entsprach, und 9 Minderjährige, was 26 % des Gesamtbedarfs entsprach.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden 1.101 erwachsene Patienten behandelt. Bis Ende des Jahres wird mit einer Versorgungsquote von rund 48 Prozent gerechnet. Insbesondere die Versorgung mit ambulanter Palliativpflege erreicht bereits 54 Prozent, wodurch Sardinien nach jahrelangen Verzögerungen nun dem nationalen Durchschnitt entspricht.

Auch im Bereich der pädiatrischen Palliativversorgung zeichnen sich Wachstumszeichen ab. Bei einem geschätzten Bedarf von 35 Minderjährigen werden bereits im ersten Halbjahr 2025 sieben Patienten betreut, wobei die Versorgungsquote bis Ende des Jahres voraussichtlich auf etwa 40 Prozent steigen wird.

„Wir haben eine klare politische Entscheidung getroffen: Wir investieren in die regionale Planung, stärken die lokalen Teams und verbessern die Dienstleistungen, insbesondere in den kritischsten Bereichen“, sagte Präsidentin Alessandra Todde. „Der Weg ist noch lang“, fuhr sie fort, „aber Sardinien hat heute eine klare Richtung. Unser Ziel ist es, bis 2028 eine 90-prozentige Versorgung mit Palliativmedizin zu gewährleisten und einen gleichberechtigten Zugang in der gesamten Region sicherzustellen.“

(Unioneonline)

© Riproduzione riservata