Rosalía sagt ihr Konzert in Mailand wegen einer Lebensmittelvergiftung ab: „Mir ist schlecht, ich kann das nicht mehr ertragen.“
Die katalanische Künstlerin konnte ihren Auftritt nicht fortsetzen, er wurde mittendrin abgebrochen.Rosalía erobert das Unipol Forum in Assago wie eine Erscheinung, schwebend zwischen Heiligkeit und Sehnsucht, Disziplin und Schwindel . Das Mailänder Publikum, 11.500 Zuschauer im ausverkauften Saal, empfängt sie wie eine Erscheinung: regungslos, in Licht gehüllt, im weißen Trikot, rosa Tutu, auf Spitze wie eine Ballerina aus einem impressionistischen Gemälde. Um sie herum ein zwanzigköpfiges Orchester, in einem kreuzförmigen Orchestergraben mitten im Publikum angeordnet, unterstreicht den beinahe liturgischen Charakter der „Lux Tour“. Dann erwacht der Körper zum Leben und das Konzert entfacht ein Feuerwerk.
In zwei Akten und insgesamt zehn Liedern beherrscht Rosalía die Bühne mit einer magnetischen, kraftvollen Performance, in der sie spirituelle Spannung und sinnliche Leidenschaft gekonnt in Einklang bringt. Lieder wie „Divinize“, „Mio Cristo piange diamanti“ und das mitreißende „Berghain“ vermitteln die ganze Wucht eines ambitionierten, gleichermaßen kultivierten wie populären Kunstprojekts, das Flamenco, elektronische Musik und Operneinflüsse gekonnt miteinander verbindet. Bis dahin lässt nichts erahnen, was noch kommen wird.
Die Künstlerin wirkt vollkommen souverän, stimmlich makellos und bühnenhaft faszinierend. Doch kurz nach 22 Uhr, während der Aufführung von „De Madrugá“, zeigen sich erste Anzeichen von Beschwerden: ein paar Hustenanfälle, ein plötzlicher Kraftverlust. Das Publikum spürt eine Veränderung, wenn auch nur subtil. Rosalía versucht, die Zähne zusammenzubeißen und weiterzusingen, doch das Unwohlsein verstärkt sich. Nach einer kurzen Pause kehrt sie sichtlich erschöpft auf die Bühne zurück und wendet sich an das Publikum: „Mir ist schlecht. Ich habe versucht, weiterzumachen, aber ich muss die Vorstellung abbrechen. Ich wollte Ihnen ein unvergessliches Erlebnis bieten. So etwas habe ich noch nie erlebt.“
Sie entschuldigte sich mehrmals und erklärte, dass sie nicht weitermachen könne: „Ich habe alles gegeben, aber ich muss aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Ich kann nicht mehr. Ich habe mein Bestes gegeben.“ Eine Lebensmittelvergiftung zwang die katalanische Künstlerin, das Konzert nach den ersten beiden Akten abzubrechen. Unter dem Applaus und der Unterstützung des Publikums verließ Rosalía sichtlich betrübt die Bühne.
(Unioneonline/D)