Anfang Dezember wäre dem 56-jährigen Mann aus Bergamo beinahe das Bein abhandengekommen, als es sich in einer Maschine auf einem Firmengelände in Arborea verfing. Ein sehr schwerer Arbeitsunfall, der letztendlich glimpflich ausging. Nun möchte sich die Ehefrau des Verstorbenen, Antonella Pennacchio, bei den Ärzten bedanken, die Schlimmeres verhindert haben (das Bein, das beinahe amputiert worden wäre, ist unverletzt), sowie bei den Sarden, die dem Paar beistanden und jede erdenkliche Unterstützung anboten.

Hier ist sein Brief.

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Es gibt Orte, die man wegen des Meeres in Erinnerung behält, andere wegen des Windes, wieder andere wegen einer Schönheit, die keiner Erklärung bedarf. Und dann gibt es Orte, die man in Erinnerung behält, weil sie einem in den schwierigsten Momenten Halt geben. Für uns ist Sardinien zu so einem Ort geworden. Mein Partner kam beruflich nach Arborea und erlitt dort eine schwere, traumatische Verletzung. Ein Unfall, der aufgrund seiner Dynamik und Schwere irreversible Folgen hätte haben können. Doch dank schnellem Handeln, Fachkompetenz und zeitnahen medizinischen Entscheidungen konnte sein Bein gerettet werden. Als die Zeit stillzustehen schien und die Angst uns überwältigte, begegneten wir einem Gesundheitssystem, das nicht nur auf Technologie, sondern auch auf Menschlichkeit setzt. In der Notaufnahme des Krankenhauses SS. Annunziata in Sassari fanden wir Professionalität, Klarheit und Respekt. In der Abteilung für Traumatologie und Orthopädie war die Betreuung aufmerksam, gründlich, aber vor allem menschlich. Ein herzliches Dankeschön an den Chefarzt, Dr. Cudoni , und an die anderen Ärzte, die uns mit so viel Fachkompetenz und Engagement behandelt haben. Wir sind dankbar für ihre Fähigkeit, in entscheidenden Momenten einzugreifen, für ihre klaren Erklärungen und für ihre unerschütterliche Aufmerksamkeit, selbst in komplexen und ungewissen Situationen. Ein besonderer Dank gilt der Stationsleitung und allen Pflegekräften: für ihre fürsorglichen Hände, tröstenden Worte und ihre ständige Präsenz. Denn oft ist nicht nur die Behandlung selbst entscheidend, sondern auch die Art und Weise, wie sie durchgeführt wird.

Und dann waren da die Sarden. Sie sind still, aber immer für einen da. Sie helfen ungefragt, unterstützen einen selbstverständlich und geben einem das Gefühl, nicht allein zu sein, selbst fern der Heimat. Ein herzliches Dankeschön an alle Taxifahrer und Vermieter, die uns mit unerwarteter Großzügigkeit und Feinfühligkeit immer wieder geholfen haben, eine Unterkunft zu finden und so unseren langen und beschwerlichen Krankenhausaufenthalt erträglicher gemacht haben. Obwohl wir verletzte Gäste waren, fühlten wir uns willkommen. Nun kehren wir aufs Festland zurück, mit einem langen Weg der Genesung vor uns und einer tiefen Dankbarkeit, die uns begleiten wird. Denn es gibt Länder, die man nicht nur besucht: denen man begegnet. Danke, Sardinien. Wir werden es nicht vergessen.

Antonella Pennacchio

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