«Liebe Gewerkschaft,

Ich schreibe Ihnen, um Ihnen mitzuteilen, was meinem 9-jährigen Sohn widerfahren ist, in der Hoffnung, damit die Öffentlichkeit zum Nachdenken anzuregen und regionale Institutionen zum Handeln hinsichtlich eines schwerwiegenden Mangels in unserem Gesundheitssystem zu bewegen.
Am Samstag, dem 22. August, gegen 19 Uhr, hatte mein Sohn einen leichten Unfall im Park. Nach einem ersten Besuch in der Notaufnahme hatte sich sein Zustand bis Sonntagmorgen um 4 Uhr verschlechtert: Sein Auge war geschwollen, schmerzte und tränte unaufhörlich. Daraufhin fuhren wir in die Notaufnahme des Brotzu-Krankenhauses. Die Ärztin erklärte uns freundlicherweise, dass sie zwar einen Termin beim Kinderarzt, aber keinen beim Augenarzt vereinbaren könne, da in der Einrichtung kein Augenarzt für Notfälle zur Verfügung stehe.
Das klinische Bild – bestätigt durch den Rettungsdienst und den Arzt aus Brotzu – deutet höchstwahrscheinlich auf einen Fremdkörper im Auge hin. Trotzdem konnte kein Krankenhaus in Campidano die Untersuchung durchführen: Notfallversorgung für Kinderaugen scheint in unserer Gegend nicht angeboten zu werden, und das Krankenhaus nimmt nur Patienten ab 14 Jahren auf.
Die einzige Reaktion bestand in der Gabe von unterstützenden Medikamenten und einer Verschiebung auf Montagmorgen. Ich frage mich: Ist es im Jahr 2026 wirklich vertretbar, dass ein neunjähriges Kind 48 Stunden lang mit einem vermuteten Fremdkörper im Auge ohne fachärztliche Behandlung allein gelassen wird, nur weil Sonntag ist?
Ich verlange keine Sonderbehandlung, aber es ist inakzeptabel, dass die Region Sardinien bei pädiatrischen Notfällen dieser Art völlig ungeschützt bleibt. Es bleibt zu hoffen, dass die öffentliche Anprangerung dieses Sachverhalts die zuständigen Behörden zum Handeln bewegt, damit wir nie wieder mit solchen Reaktionen konfrontiert werden, wenn die Gesundheit unserer Kinder auf dem Spiel steht.

Barbara S.

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