Das kleine Wunder ereignete sich vor Kurzem: Quintino Sanna, der im Oktober 100 Jahre alt wird, kramte in seinen Erinnerungen und sang ein Lied, das er für seine 97-jährige Frau Antonina Murgia anlässlich ihrer Hochzeit geschrieben hatte, die am 6. September 1951 in der Pfarrkirche Santa Vittoria gefeiert wurde.

Arbeit auf den Feldern

Das Paar feierte am Sonntag in seinem Haus in der Via Fermi seine diamantene Hochzeit, einen im Leben fast unmöglichen Meilenstein, der mit der Geburt von sieben Kindern, acht Enkelkindern und sieben Urenkeln gesegnet ist.

Ihre Liebe entstand in einer Zeit, als Italien sich gerade von den Trümmern des Zweiten Weltkriegs erholte und die Ankunft der Sarroch-Raffinerie noch in weiter Ferne lag: Quintino arbeitete den Großteil seines Lebens als Landarbeiter und bestellte das Land, während Antonina sich um die Familie kümmerte, aber nie zurückwich, wenn ihr Mann auf dem Land ihre Hilfe brauchte.

Diese ferne Zeit

Um 75 Ehejahre zusammenzufassen, bräuchte man einen ganzen Roman, doch Antonina Murgia – die Hand ihres Mannes fest auf dem Sofa im Wohnzimmer haltend – versucht es in wenigen Sätzen: „Wir haben an einem Donnerstag geheiratet. Es mag seltsam klingen, aber früher wurden Hochzeiten an jedem Wochentag gefeiert. Damals gab es in Sarroch noch keine Restaurants. Nach der Zeremonie aßen wir mit ein paar Gästen bei meinem Schwiegervater zu Mittag. Ich erinnere mich noch gut an die am Spieß gebratenen Hähnchen aus dem Holzofen.“

Keine Reue. „Wir haben ein langes, glückliches Leben zusammen verbracht. Wie alle Familien mussten auch wir Hindernisse überwinden, aber wir sind immer zusammengeblieben.“

Talent der „Cantadori“

Quintino Sannas handwerkliches Geschick war in der ganzen Gegend bekannt. Deshalb fuhr er manchmal mit dem Fahrrad zur Domus de Maria, um dort Pflanzen zu veredeln: Er war so schnell, dass er bis zu 150 Pflanzen am Tag veredeln konnte. Der Rhythmus dieser langen Liebe wurde von den Klängen von Liedern geprägt, die heute nur noch auf Singles existieren und nicht mehr auf Schallplatten gespielt werden. „Wir mochten Claudio Villa und Aurelio Fierro“, sagt Antonina Murgia, „aber ich habe auch immer geliebt, was mein Mann geschrieben hat; er war Sänger, genau wie sein Vater. Es war wunderschön, ihn neulich die schönen Worte vortragen zu hören, die er mir in unserer Jugend gewidmet hat.“

Ein kostbares Geschenk

Luca Sanna, eines der sieben Kinder des Paares, bezeugt diese langjährige Liebe, die nun ihr diamantenes Hochzeitsjubiläum erreicht hat: „Dieses Jubiläum ist auch ein kostbares Geschenk für die jüngeren Generationen unserer Familie: ein seltenes Beispiel für Hingabe, Beständigkeit und Treue. Wir, ihre Kinder, Enkel und Urenkel, finden in ihrer Geschichte einen lebendigen Beweis dafür, dass Liebe, wenn sie mit Sorgfalt und Respekt gepflegt wird, wahrhaftig ‚ewig‘ währen kann.“

In einer Welt, die oft den Individualismus bevorzugt, betont sie: „Das Versprechen, das meine Eltern drei Vierteljahrhunderte lang gehalten haben, wird zu einem Wegweiser, einem Leuchtfeuer, einem moralischen und emotionalen Erbe, das weiterhin leuchten wird. Wir werden ihnen ewig dankbar sein für all die Werte, die sie uns vermittelt haben, und dafür, dass sie uns immer ein Vorbild waren.“

Ivan Murgana

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