Der Vorhang fällt für Sciampitta, das internationale Folklorefestival des Vereins Città di Quarto, das zwar älter wird, aber nichts von seinem Reiz eingebüßt hat. In seinem 41. Jahr erfreute sich das Publikum begeistert des kulturellen Austauschs, bei dem Gruppen aus Argentinien, Peru, Portugal und Friaul gemeinsam mit sardischen Gruppen und Sängern auftraten.

Die Highlights

Das große Finale findet heute um 21 Uhr statt und wird live von Videolina übertragen. Auf der Bühne auf der Piazza Mercato treten neben den ausländischen Gruppen die Gruppe Auras, das sardische Volksorchester mit Caterina Melis an der Violine und Peppino Patteri am Gesang sowie der Veranstalter Città di Quarto auf.

Gestern erlebte das Festival zwei seiner intensivsten Momente. Am Vormittag wurden im ehemaligen Kloster in der Via Brigata Sassari Geschenke und kulturelle Einflüsse ausgetauscht. Stadträtin für Handel, Rossana Perra, begrüßte die internationalen Delegationen und betonte den Wert des Treffens: nicht nur gegenseitiges Verständnis in der Vielfalt, sondern auch ein gemeinsamer Weg zum Schutz von Minderheitenidentitäten und -sprachen. Die Mischung aus Musik, Tanz und Erzählungen fand ihren Ausdruck im gewählten Abschlusslied: „Nanneddu meu“, ein Gedicht über Widerstand, Würde und die Kraft der eigenen Wurzeln. Ein Lied, das eine Brücke schlägt: Es erzählt von einem Volk, das seine Sprache und sein Andenken verteidigt, so wie die anwesenden Delegationen dies durch ihre Kunst demonstrierten. Am Abend tanzten sie gemeinsam mit den Bürgern in Sa dom'e Farra den traditionellen Tanz der Völker.

Die Protagonisten

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Festivals in diesem Jahr“, sagten Schirmherr Gianni Orrù und künstlerische Leiterin Margherita Puddu. „Die Piazza Mercato wurde zu einem einzigartigen Ort: voller Leben, eingebettet in das Herz von Sciampitta. Die Geschichte entfaltete sich Gruppe für Gruppe, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Wurzeln, ihrem Nationalstolz. Es war wie ein Blick in einen menschlichen Atlas: Stimmen, Farben, Schritte, die zu Erinnerungen und gemeinsamen Erlebnissen wurden.“ Argentinien, Peru, Portugal und Friaul „brachten ihre Welten auf die Bühne, Traditionen, uralte Gesten und beständige Identitäten. Ein Wechselspiel von Sprachen, Rhythmen und Emotionen, das sich grenzenlos miteinander verwob.“

Die Leidenschaft der Jugend

Auf dem Marktplatz saßen dieses Jahr mehr junge Gesichter als je zuvor – ein Beweis dafür, dass Sciampitta nicht nur etwas für die Generation der Babyboomer ist. „Wir sind vor Kurzem nach Quartu gezogen, und ich sehe dieses Festival zum ersten Mal“, erklärt die 25-jährige Laura Melis. „Es hat mir sehr gefallen; es ist wunderschön, diese Kostüme und Tänze zu sehen.“ Auch der 32-jährige Coronato Orrù meint: „Ich bin auch zum ersten Mal dabei, und ich finde es sehr wichtig, dass man mitten in der Stadt so eine Veranstaltung erleben kann. Besonders gut gefällt mir, dass sie hier auf dem Marktplatz, im historischen Zentrum, stattfindet.“ Die 33-jährige Jessica Zedda ergänzt: „Sciampitta bietet die Möglichkeit, andere Kulturen kennenzulernen. Ich war wirklich beeindruckt, als die peruanischen Vertreter erzählten, dass sie die Kleidung hier genäht haben, weil sie nicht in ihre Koffer passte.“

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