Es waren Tage des Kofferpackens, letzter Umarmungen und Versprechen auf ein baldiges Wiedersehen – so erlebten Laurence und Alì, die beiden internationalen Schüler, die dank der Intercultura-Programme die letzten Monate in Oristano verbracht hatten. Letzten Freitag war es dann soweit: Laurence, aus Kanada, Schülerin des Sprachgymnasiums Benedetto Croce, und Alì, aus der Türkei, Schülerin des naturwissenschaftlichen Gymnasiums Mariano IV, verabschiedeten sich von ihren Gastfamilien, den Freiwilligen des örtlichen Zentrums, ihren Klassenkameraden und den Freunden, die sie in den vergangenen Monaten des Zusammenlebens und Kennenlernens gefunden hatten. Sie kehren mit mehr nach Hause zurück, als sie mitgebracht haben: einer neuen Sprache, Italienisch, und einem reichen Schatz an interkulturellen Kompetenzen, die, wie viele andere bestätigen, ein Leben lang halten.

Doch mit dem Ende eines Kapitels beginnt ein neues. Die Freiwilligen des Oristano Local Centers bereiten bereits die Ankunft der neuen internationalen Schüler im September vor. Die Bitte an die Familien vor Ort ist klar: Sie brauchen weder perfekte Häuser noch unbegrenzt Zeit, sondern einfach die Bereitschaft, einem Jungen oder Mädchen aus der Ferne ihre Türen und ihren Alltag zu öffnen. Einen ausländischen Schüler aufzunehmen ist schließlich nicht nur ein Akt der Großzügigkeit; diejenigen, die dies bereits getan haben, beschreiben es als eine echte Investition in die Zukunft der gesamten Familie. Untersuchungen der AFS Intercultural Programs haben vier Hauptgründe für diese Erfahrung identifiziert. Erstens die Möglichkeit, „zu reisen, ohne das Haus zu verlassen“ und neue Kulturen und Traditionen direkt in die eigene Familie zu bringen. Zweitens die Chance, die eigene Heimat und die eigenen Bräuche durch die neugierigen und staunenden Augen derer, die sie zum ersten Mal sehen, neu zu entdecken. Und schließlich die Bildungsdimension. Für die Kinder von Gastfamilien wird das gemeinsame Leben mit einem „Bruder“ oder einer „Schwester“ aus einem anderen Kulturkreis zu einer wertvollen Lernerfahrung, die auf Teilen, Toleranz und Offenheit beruht. Nicht zuletzt entstehen so Bindungen, die über geografische Grenzen hinausgehen: eine erweiterte Familie, die sich über den ganzen Globus erstreckt und deren Zuneigung oft ein Leben lang hält.

Familien, die ab September an diesem Programm teilnehmen möchten, können sich direkt an die Freiwilligen des Intercultura-Zentrums in Oristano wenden. Sie erreichen die Leiterin des Gästebetreuungszentrums, Ileana Picconi, unter +39 340 555 5317 oder per E-Mail unter ileanarita.picconi@tiscali.it. Alle Programminformationen finden Sie auch auf der Website www.intercultura.it/famiglie.

© Riproduzione riservata