Der zunehmende Verfall des Bruno-Nespoli-Stadions in Olbia verdeutlicht die Krise, in der sich Olbia Calcio befindet. In der letzten Stadtratssitzung sprach Bürgermeister Settimo Nizzi das Problem an und gab bekannt, dass er die Schlüssel für die Anlage eingezogen habe und dass jeder, der sie künftig nutzen wolle, eine Bürgschaft bei der Stadtverwaltung hinterlegen müsse.

Gerüchten zufolge handelt es sich dabei um eine beträchtliche Garantie: In der Branche ist von einer Bankgarantie in Höhe von 250.000 € die Rede. Die Gemeinde wird sich derweil um die Instandhaltung des Nespoli-Stadions kümmern, angefangen beim Rasen, der sich bei der Inspektion vor wenigen Tagen in einem erbärmlichen Zustand befand.

Das letzte Heimspiel der Weißen – die die Saison am 10. Mai mit der Niederlage im Serie-D-Play-off gegen Ischia und dem damit verbundenen Abstieg beendeten – fand am 26. April statt, während das letzte Spiel im Nespoli das Finale des Manlio-Selis-Turniers war, das am 3. Mai ausgetragen wurde: Seitdem hat sich niemand mehr um die Anlage gekümmert.

Das Ergebnis ist ein völlig verlassenes, schmutziges Stadion mit hohem, gelbem Gras, das den Zustand von Olbia Calcio widerspiegelt . Ein einst glorreicher Verein, der letztes Jahr sein 120-jähriges Bestehen feierte und nach dem dramatischen Niedergang der letzten drei Jahre, in denen er von der Serie C in die Eccellenza abstieg, nun vom Aus bedroht ist. Genau wie sein Stadion.

Die Eigentumsübertragung zwischen Prosoccer und SwissPro ist noch nicht abgeschlossen; die Zahlung von sechs Raten zwischen dem 30. Juni 2026 und dem 30. November 2028 steht noch aus. Das ohrenbetäubende Schweigen um Olbia, das mit erheblichen Schulden und Klagen gegen ehemalige Mitarbeiter, Mitglieder und Lieferanten zu kämpfen hat, um Gelder zurückzuerhalten, nährt jedoch die Befürchtung des Schlimmsten.

Sogar Olbias Ligazulassung ist gefährdet. Gleichzeitig sollen Schlüsselspieler der gerade beendeten Saison, wie Romolo Putzu, von mehreren Serie-D-Klubs umworben worden sein. Ein weiteres Problem, der Kader für die nächste Saison, lässt sich nicht länger aufschieben, kann aber erst gelöst werden, wenn Olbia als Verein über ein solides Management und ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um einen Neustart zu wagen – zumindest in der Eccellenza League.

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