Erstmals auf Sardinien und als eines der ersten in Italien wurde im Universitätsklinikum Cagliari eine Kombination aus Hornhauttransplantation und Hornhautneurotisation durchgeführt – ein chirurgischer Eingriff zur Wiederherstellung der Sensibilität der Augenoberfläche. Die Operation wurde an einer 53-jährigen Patientin von einem interdisziplinären Team unter der Leitung von Professor Giuseppe Giannaccare (Direktor der Augenklinik San Giovanni di Dio), Augenarzt Alberto Cuccu und Professor Filippo Boriani von der Abteilung für Plastische Chirurgie und Mikrochirurgie der Poliklinik Duilio Casula durchgeführt.

Das Verfahren ist für Patienten mit schweren Formen der neurotrophen Keratopathie vorgesehen, einer Erkrankung, bei der die Hornhaut ihre Empfindlichkeit verliert und empfindlicher wird. Dadurch wird sie anfälliger für Läsionen und Geschwüre, die das Sehvermögen stark beeinträchtigen können. In diesen Fällen reicht der bloße Ersatz des geschädigten Gewebes nicht aus: Es ist ebenso wichtig, die Wiederherstellung der natürlichen Schutzmechanismen des Auges zu fördern. Daher kombiniert das Verfahren die Transplantation der geschädigten Hornhaut mit der Übertragung gesunder Nervenfasern von der anderen Gesichtshälfte, um die Empfindlichkeit und den Schutz der Hornhautoberfläche schrittweise wiederherzustellen.

Das Ergebnis ist nicht nur ein bedeutender chirurgischer Erfolg, sondern auch ein Signal für einen bereits eingeschlagenen Forschungsweg. Das Team um Professor Giannaccare hat nationale Anerkennung erlangt, indem es in Zusammenarbeit mit der Region Lombardei, dem ASST Santi Paolo e Carlo in Mailand und dem IRCCS Azienda Ospedaliero-Universitaria Bologna eine gezielte Forschungsausschreibung des Gesundheitsministeriums gewonnen hat. Das mit 400.000 € geförderte Projekt untersucht neue biologische und chirurgische Strategien zur Verbesserung des Hornhautüberlebens bei Patienten mit Verlust der Hornhautinnervation, unter anderem durch die Verwendung dezellularisierter peripherer Nerven.

(Unioneonline)

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