Das Nationale Institut für Kulturerbe von Tunis und die Universität Sassari sind Forschungspartner im Projekt „Numluli: Vom Forum zur christlichen Basilika. Die Geschichte einer römischen Stadt im Wandel – Ausbildung der nächsten Generation von Archäologen im römischen Kernland Tunesiens“. Das Projekt gehört zu den elf Preisträgern des Expandere Conscientiae Lumen Grant der Plattform Ancient Rome Live, die im Auftrag des American Institute for Roman Culture unter der Leitung von Darius Arya und mit finanzieller Unterstützung der Elon Musk Foundation organisiert wird.

Die erste Ausgrabungskampagne fand im Januar und Februar im Municipium Numluli statt, einer der am besten erhaltenen römischen Städte im Norden Tunesiens, die dem heutigen El Matria im Gouvernement Béja entspricht. Vom 3. September bis zum 1. Oktober bietet die Sommerschule für Archäologie tunesischen und italienischen Studierenden unter der gemeinsamen Leitung von Moheddine Chaouali (INP) und Alessandro Teatini mit Antonio Ibba (Universität Turitano) die Möglichkeit zu vertiefenden Forschungen.

FORSCHUNG - Das Forum mit dem Kapitol (dem Tempel der Kapitolinischen Trias), das epigraphisch auf 170 n. Chr. datiert ist, und der Kurie, einem großen Hoftempel, einem Aquädukt und einer Thermenanlage, einer byzantinischen Befestigungsanlage, einem kleinen Martyrium (Heiligtum, das einem christlichen Märtyrer gewidmet ist) und einer frühchristlichen Basilika sind die außergewöhnlich gut erhaltenen Gebäude, die das Stadtbild dieser römischen Stadt prägen und die Gegenstand der Bildungsforschung und der archäologischen Ausgrabungen sein werden, die mit den Studenten durchgeführt werden.

Die Entdeckung einer Marmorstatue im Forum, die einen Hirten mit einem Schaf und der kleinen Figur des Eros darstellt, erregte Aufsehen. Die kunstvoll gearbeitete und in hervorragendem Zustand befindliche Skulptur ist polychrom: Große Farbflächen sind erhalten.
Die zweite bedeutende Entdeckung betraf die frühchristliche Basilika, die um 450 n. Chr. im Nekropolengebiet errichtet wurde. Der Fußboden des Gebäudes ist ein polychromes Mosaik, von dem große Teile erhalten sind. Mehrere Gräber wurden in den Boden eingraviert. Zudem wurden drei Inschriften entdeckt, die in das Mosaik selbst eingraviert sind und auf Weihungen von Teilen des Bodens durch Mitglieder der christlichen Gemeinde von Numluli hinweisen. Diese Inschriften enthalten Lobpreisungen Christi und nennen Könige, offenbar Vandalen: Es handelt sich hierbei um sehr seltene epigraphische Zeugnisse von großem historischem Wert.

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