Nach 30 Jahren am Teatro Lirico gibt Filippo Gianfriddo sein Debüt als Dirigent.
Ein besonders bedeutsames Debüt für den Pauker: Nach einer langen Karriere wird er zum ersten Mal vor Publikum auf dem Podium stehen.Nach dreißig Jahren am Pult und bei großen Produktionen des Teatro Lirico di Cagliari ist es für Filippo Gianfriddo an der Zeit, sich einer neuen künstlerischen Herausforderung zu stellen. Der 51-jährige Musiker, geboren in Florenz und Wahlsardier, gibt morgen um 21:00 Uhr in der Kirche San Pietro Apostolo in Forlimpopoli sein offizielles Dirigentendebüt. Er dirigiert das Orchestra La Corelli bei der Weltpremiere von „Vita Nova“, einer Komposition von Alessandro Salandrini. Für den Pauker des Cagliari Lirico ist dies ein besonders bedeutendes Debüt, denn nach einer langen Orchesterkarriere steht er zum ersten Mal vor Publikum am Dirigentenpult. Die Aufführung wird am Sonntag um 11:00 Uhr im Foyer des Teatro Pedrini in Brisighella wiederholt, wo er erneut das Ensemble aus der Romagna dirigiert. Dies markiert einen wichtigen Meilenstein in Gianfriddos Karriere, die auf jahrzehntelanger musikalischer Erfahrung auf der Bühne, im Orchester und im Dirigierstudio basiert.
Ein Botschafter aus Sardinien auf dem Podium
„Es bereitet mir große Freude, Sardinien bei meinen verschiedenen Engagements weltweit zu repräsentieren.“ So beschreibt Filippo Gianfriddo die Bedeutung seines Debüts, das nach einer langen Karriere mit einigen der bedeutendsten internationalen Orchester folgt. „Nach vielen Jahren der Arbeit mit großen Ensembles habe ich mich entschieden, mich dem Dirigieren zu widmen, was ich als eine umfassendere künstlerische Dimension betrachte.“ Bei den beiden Konzerten in der Romagna wird der Musiker das Orchestra La Corelli durch ein Programm führen, das klassisches und zeitgenössisches Repertoire vereint: „Ich werde Mozarts ‚Eine kleine Nachtmusik‘ und die Weltpremiere von ‚Vita nova‘ dirigieren.“ Doch es geht nicht nur ums Dirigieren, denn Gianfriddo übernimmt auch eine Doppelrolle: „Ich werde sowohl Dirigent als auch Solist in Ney Rosauros Marimbakonzert sein.“ Diese Erfahrung verbindet der Musiker auch mit seiner Karriere auf Sardinien: „Es bereitet mir Freude, die Qualität unseres Teatro Lirico di Cagliari und seiner Musiker zu präsentieren. Ich fühle mich ein wenig wie ein Botschafter.“
Zum ersten Mal auf dem Podium
Für Filippo Gianfriddo ist das Konzert in Forlimpopoli mehr als nur ein Konzert – es ist der Höhepunkt einer jahrelangen Entwicklung. „Es entspringt einem Studium, das sich mit der Zeit etabliert hat“, erklärt der Musiker und erläutert, wie das Dirigieren eine natürliche Weiterentwicklung seiner künstlerischen Erfahrung darstellt. „Irgendwann fühlte ich mich durch das reine Spielen eingeschränkt. Dirigieren ist etwas völlig anderes.“ Hinter seinem Dirigierdebüt steht der Wunsch, Musik aus einer breiteren und kreativeren Perspektive zu erleben: „Mit zunehmendem Alter wuchs auch der Wunsch, die musikalische Darbietung aktiv zu gestalten, durch die Kontrolle aller Instrumente einen persönlichen Beitrag zu leisten.“ Dieser Perspektivwechsel nach Jahrzehnten im Orchester rückt Gianfriddo erstmals in den Mittelpunkt des musikalischen Dialogs und lässt ihn die Verantwortung für Klangfarbe, Tempo und Balance des Ensembles übernehmen.
Der Traum
Nach einer Karriere, die ihn um die ganze Welt geführt hat, blickt Filippo Gianfriddo mit einer einfachen, aber tiefgründigen Sicht in die Zukunft. „Ich bin im Großen und Ganzen ein erfüllter Mensch“, bekennt der Musiker, dessen Ziel es heute vor allem ist , seine Leidenschaft für Musik an die nächste Generation weiterzugeben. Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet Gianfriddo auch an der städtischen Musikschule – eine Erfahrung, die er als zentral für seinen persönlichen und künstlerischen Werdegang betrachtet. „Es bereitet mir Freude, denen, die lernen möchten, nicht nur Technik, sondern vor allem die Liebe zur Musik zu vermitteln.“ Eine universelle Sprache, die laut dem Pauker und frisch ernannten Dirigenten auch in der heutigen Gesellschaft weiterhin von grundlegender Bedeutung ist: „Musik ist eine Brücke zwischen Völkern und Individuen, aber auch ein Moment der Entspannung und Erholung vom Alltagsstress.“
