Kino, „In der Strafkolonie“ gewinnt in Triest
Der Film von Crivaro, Goia und den sardischen Regisseuren Alberto Diana und Silvia Perra wurde als bester Film in der Sektion für italienisches Independent-Kino ausgezeichnet.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Auf Sardinien, versteckt an fast unzugänglichen Orten, existieren noch heute drei der letzten aktiven Strafkolonien Europas. In diesen Freiluft-Arbeitshäusern verbüßen die Insassen ihre Strafen, indem sie ihre Zeit zwischen Zellen und Arbeit aufteilen: Sie bestellen das Land, halten Weidetiere und führen Instandhaltungsarbeiten an den Gebäuden durch, in denen sie eingesperrt sind. In Isili, Mamone und Is Arenas sind die Insassen zumeist Migranten. Wir wissen nicht, woher sie kommen, welches Verbrechen sie begangen haben oder wie lange sie von der Außenwelt abgeschnitten bleiben müssen. Die Arbeit unterbricht die stille, lange Zeit der Haft, in der Mensch und Tier eng beieinander leben.
In der ehemaligen Strafkolonie Asinara , wo das Verhältnis zwischen Gefangenen und Wärtern zerbricht, entsteht inmitten der Ruinen des verlassenen Gefängnisses eine neue Dialektik der Unterdrückung, die freie Tiere gegen Menschen aufbringt. „In der Strafkolonie“, Gewinner des Marco-Zucchi-Preises in der Kritikerwoche des Filmfestivals von Locarno 2025, triumphierte gestern bei der 37. Ausgabe des Filmfestivals von Triest und gewann den Corso-Salani-Preis für den besten Film in der Sektion für unabhängiges italienisches Kino .
Die Motivation: „Die Strenge, nicht nur formaler Natur, verleiht der Geschichte von Gefängnissen – einem Erbe der Vergangenheit, in dem Häftlinge mit Land und Tieren arbeiten – Relevanz. Sie wird ohne Dramatik, aber mit Momenten paradoxer Ironie inszeniert. Die Wirkung von Ton und Bild ist bemerkenswert.“ Das Werk entstand in Zusammenarbeit mit Gaetano Crivaro, Ferruccio Goia sowie den Sarden Alberto Diana und Silvia Perra.
Alberto Diana, geboren 1989 in Iglesias, absolvierte nach seinem Literaturstudium an der Universität Cagliari den Masterstudiengang Dokumentarfilm an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona. 2019 feierte sein Dokumentarfilm „Fango rosso“ Premiere beim Turiner Filmfestival. 2023 führte er bei seinem ersten Kurzfilm „Frarìa“ Regie. In diesem neuen Werk inszenierte er die Episode über Asinara.
Silvia Perra, geboren 1988 in Cagliari, absolvierte ihr Regiestudium am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom. Ihre Kurzfilme „La Finestra“ (2016) und „Il Rito“ (2020) wurden unter anderem auf Festivals wie dem Torino Film Festival, den Angers Premiers Plans und dem Dokufest gezeigt. Als Autorin erhielt sie den Arte Award auf dem Mia Market in Rom. Sie schrieb die Folge über Mamone.
