An italienischen Stränden finden sich durchschnittlich 77 Zigarettenkippen pro 100 Meter. Diese ständige Präsenz stellt zusammen mit anderem achtlos weggeworfenem Müll eine Bedrohung für das Meer, die Strände und die Artenvielfalt dar.

Die Bestätigung liefern neue Daten aus der Strandmüllstudie von Legambiente. Laut Bericht sammelte und katalogisierte Legambiente in zwölf Jahren (2014–2026) insgesamt 50.053 Zigarettenkippen. Das entspricht durchschnittlich 77 Zigarettenkippen pro 100 Meter Strand. Damit stehen Zigarettenkippen an zweiter Stelle der am häufigsten gefundenen Materialien an Stränden, direkt hinter Plastikfragmenten, die mit 61.785 gesammelten Kippen an erster Stelle stehen.

Darüber hinaus machen Zigarettenkippen 87 % der 57.099 Gegenstände aus, die als „Raucherabfall“ (zu dem auch Feuerzeuge, Zigarettenpackungen oder Tabak- bzw. Zigarettenpapierschachteln zählen) in den letzten Jahren bei Kontrollen gefunden wurden.

Ein stiller Notstand, entstanden aus einem schwerwiegenden Akt der Unhöflichkeit und dem Fehlen wirksamer Richtlinien und Kontrollen, obwohl in Italien der Umweltanhang zum Stabilitätsgesetz von 2014 (Gesetz 221/2015) Geldstrafen von 30 bis 300 Euro für diejenigen vorsieht, die Zigarettenkippen auf dem Boden, im Wasser oder in Abflüssen wegwerfen.

Zu diesem besorgniserregenden Bild aus der Strandmüllstudie von Legambiente kommt die Gesamtmenge an Abfall aller Art (einschließlich Zigarettenkippen) hinzu, die über 12 Jahre entlang von 653 Transekten gesammelt und überwacht wurde. Es handelte sich um 512.934 Gegenstände, von denen 80 % aus Plastik bestanden. Dies entspricht durchschnittlich 785 Abfallteilen pro 100 laufende Meter.

Aus diesem Grund ruft Legambiente alle zum Handeln und zu einem stärkeren Gefühl der kollektiven Verantwortung auf. Die 36. Ausgabe von „Saubere Strände und Meeresböden“ startet am 10., 11. und 12. April. Ziel der Kampagne ist es, die Vernachlässigung und den Verfall der Küsten aufzuzeigen, die Mülltrennung und ein nachhaltiges Abfallmanagement hervorzuheben und den Schutz des marinen Ökosystems zu fördern.

(Unioneonline)

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