Transplantiertes Baby: Herzchirurg und sein Stellvertreter für 12 bzw. 7 Monate gesperrt
Ihnen wird Verschwörung zur materiellen und ideologischen Fälschung vorgeworfen: Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Zusammenstellung der medizinischen Unterlagen des Kindes.Domenico Caliendos Beerdigung (Ansa – Ciro Fusco)
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Der Untersuchungsrichter von Neapel hat die Suspendierung des Herzchirurgen Guido Oppido und seiner Assistentin Emma Bergonzoni von der Ausübung der ärztlichen Tätigkeit angeordnet. Die beiden hatten am 23. Dezember 2025 die fehlgeschlagene Herztransplantation an dem kleinen Domenico Caliendo durchgeführt, der am 21. Februar im Monaldi-Krankenhaus verstarb.
Die beiden wurden wegen Urkundenfälschung und ideologischer Fälschung im Zusammenhang mit der Erstellung der Krankenakte des Kindes für zwölf bzw. sieben Monate suspendiert. Den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen des Nationalen Jugendamtes koordinierte, wurde somit stattgegeben.
Laut den Carabinieri und der Staatsanwaltschaft Neapel sollen sie im Bericht über die Herztransplantation falsche Angaben gemacht haben. Den Justizbehörden zufolge gaben sie in den Tagen nach dem Eingriff fälschlicherweise an, die Kanülierung und die extrakorporale Zirkulation bereits durchgeführt zu haben, als das Transplantationsteam aus Bozen im Monaldi-Krankenhaus eintraf. Die Ermittlungen ergaben, dass dies nicht stimmte. Tatsächlich hatten die Operationen bereits vor der Ankunft des Teams im Krankenhaus in Neapel begonnen. Dr. Guido Oppido (der vom Colli-Krankenhaus vorsorglich suspendiert wurde) und seine Stellvertreterin Emma Bergonzoni wurden am 31. März und 21. Mai von ihren jeweiligen Anwälten vernommen.
Neben dem Verbrechen der Urkundenfälschung wurden beide, zusammen mit fünf weiteren Ärzten, auch wegen Totschlags angeklagt.
Am 10. Juni wurde die von Untersuchungsrichter Mariano Sorrentino angeordnete Voruntersuchung der beiden Herzen des Kindes abgeschlossen: das durch Trockeneis in Bozen erfrorene Herz und das kranke Herz von Domenico. Die für September geplante Einreichung der Gutachten des von den Justizbehörden eingesetzten Expertengremiums könnte auf Antrag der Gutachter um 15 bis 20 Tage bis Mitte Oktober verschoben werden. Alle von den Verdächtigen und der Familie Caliendo-Mercolino beauftragten Gutachter nahmen ebenfalls an den Untersuchungen in der Poliklinik Bari teil. Nach Abschluss der Analysen der histologischen Proben gab der Gerichtsmediziner der Familie Caliendo bekannt, dass die Tests Anzeichen von Nekrose durch niedrige Temperaturen sowie durch den längeren Einsatz der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) – eines Geräts zur extrakorporalen Zirkulation – ergaben.
(Unioneonline)
