Die lebenslangen Haftstrafen für Saman Abbas' Eltern, Shabbar Abbas und Nazia Shaheen, sowie für seine Cousins Ijaz Ikram und Noman Ul Haq sind rechtskräftig geworden, ebenso wie die 22-jährige Haftstrafe für seinen Onkel Danish Hasnain.

Die Entscheidung erging, nachdem der Kassationsgerichtshof die Berufungen der Angeklagten im Mordfall der 18-jährigen pakistanischen Frau zurückgewiesen hatte, die im Frühjahr 2021 in Novellara in der Region Reggio Emilia getötet worden war. Laut Anklage wurde die junge Frau ermordet, weil sie sich einer arrangierten Ehe widersetzt und einen Lebensstil angenommen hatte, der als unvereinbar mit den Familientraditionen galt.

Bei den Angeklagten wurden die erschwerenden Umstände der Vorsätzlichkeit und der leichtfertigen Motive festgestellt.

Maria Teresa Manente, Leiterin der Rechtsabteilung von Differenza Donna und zivilrechtliche Anwältin des Vereins, kommentierte das Urteil wie folgt: „Dieses Urteil markiert einen Wendepunkt auf gesellschaftlicher Ebene, noch vor einem juristischen. Der Kassationsgerichtshof bestätigt endgültig, was wir vor jedem Gericht argumentiert haben: Saman wurde getötet, weil sie eine Frau war, die gegen patriarchale Regeln rebellierte, bestraft dafür, dass sie sich der ihr von der Familienordnung auferlegten untergeordneten Rolle entzog. Ihr Tod war kein Übermaß, keine Impulshandlung, kein ‚Unfall‘ aus einem fernen kulturellen Kontext: Er war, wie die Prozessakten selbst belegen, eine Strafe. Der Plan, sie zu töten, entstand in dem Moment, als Saman es wagte, ihr Recht einzufordern, selbst zu entscheiden, wen sie liebt, ob sie studiert, wie sie sich kleidet und wie sie lebt. Ihre Freiheit war in den Augen ihrer Familie ihr ‚Verbrechen‘; ihr Leben ihre Strafe.“

(Unioneonline)

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