Mehr als hundert Tage sind seit der Tragödie in Pietracatella in der Provinz Campobasso vergangen, und die Suche nach dem Täter im Fall des Todes von Sara Di Vita (15) und ihrer Mutter Antonella Di Ielsi (50), die mutmaßlich vergiftet wurden, läuft auf Hochtouren. Doch die Aufklärung dieses in der Region beispiellosen Falls scheint vorerst in weiter Ferne. Natürlich könnte es noch eine dramatische Wendung geben, aber im Moment ist nichts sicher.

Der einzige Hinweis ist, dass die Ermittlungen in den letzten Tagen an Fahrt aufgenommen haben: Die Ermittler haben erste Erkenntnisse und Hinweise, die sie in bestimmte Richtungen lenken. In der vergangenen Woche befragten sie mindestens 30 Personen, darunter Angehörige und Bekannte der Mutter und Tochter, die kurz nach Weihnachten im Cardarelli-Krankenhaus in Campobasso innerhalb weniger Stunden nacheinander ums Leben kamen. Die Vielzahl der Befragungen lässt auf eine mögliche Spur schließen, da viele der Befragten bereits in den Stunden nach dem Unglück vernommen worden waren. Auch Gianni Di Vita, Ehemann und Vater der beiden Opfer, und seine Tochter Alice, die vor einigen Tagen wieder in ihren Dienst aufgenommen und zehn Stunden lang befragt wurden, wurden von den Ermittlern befragt. Gianni Di Vitas Cousine, in deren Haus der Buchhalter nun mit seiner Tochter lebt, wurde ebenfalls befragt: Sie wurde unmittelbar nach Vater und Tochter vernommen.

Berichten zufolge dauern die Vernehmungen noch an und werden morgen früh fortgesetzt. Am Wochenende gab es jedoch eine weitere Entwicklung: Gestern Nachmittag wurden Marco Graziano, Leiter der Fliegenden Einheit Campobasso, und mehrere Beamte in Pietracatella gesehen. Über die überraschende Kontrolle und den Grund ihrer Anwesenheit wurde nichts bekannt gegeben. Es ist jedoch klar, dass weitere Ermittlungen in der Stadt, in der sich die Tragödie ereignete, notwendig waren, möglicherweise aufgrund der jüngsten Erkenntnisse aus den Vernehmungen.

In der Woche, die morgen beginnt, werden wichtige Erkenntnisse erwartet. Es findet die lang erwartete erneute Untersuchung des noch immer beschlagnahmten Hauses der Familie Di Vita statt, und der Bericht der Giftnotrufzentrale Pavia wird erwartet. Dieser ist für die Ermittlungen von entscheidender Bedeutung, da er endgültige Antworten zum Nachweis von Rizin im Blut der beiden Opfer liefern wird. Unmittelbar im Anschluss, spätestens Ende des Monats, werden die Ergebnisse der am 31. Dezember im Cardarelli-Krankenhaus in Campobasso durchgeführten Autopsien erwartet.

(Unioneonline)

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