Massimiliano Cencelli, der Schöpfer des „Handbuchs“ zur Vergabe politischer Ämter, ist gestorben.
Der ehemalige Beamte aus Washington D.C. war 90 Jahre alt: Sein „Handbuch“ ist in die Geschichtsbücher eingegangen.Massimiliano Cencelli (Ansa)
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Massimiliano Cencelli starb gestern Nachmittag in Rom. Er wurde 90 Jahre alt. Der christdemokratische Funktionär aus den 1960er Jahren erlangte Berühmtheit durch das Handbuch, das seinen Nachnamen trug: das „Manuale Cencelli“.
Ein journalistischer Ausdruck, der die Verteilung politischer und staatlicher Ämter an Vertreter verschiedener Parteien oder Fraktionen entsprechend ihrem Einfluss beschreibt. Ein „Handbuch“, das auch in den politischen Sprachgebrauch Eingang gefunden hat. Selbst heute, Jahrzehnte später, wird es noch in Universitätslehrbüchern zitiert, insbesondere wenn es um die Verteilung von Aufgaben, Ministerien, Präsidentschaften oder Verantwortlichkeiten unter Berücksichtigung unterschiedlicher Gewichtungen und Interessen geht.
Der ehemalige DC-Funktionär selbst enthüllte in einem Interview mit Avvenire im Jahr 2003, wie es dazu kam: „1967 gründete Sarti zusammen mit Cossiga und Taviani auf dem Mailänder Parteitag die ‚Brückenbauer‘-Fraktion“, erinnerte er sich. „Sie wurde so genannt, weil sie als Brücke zwischen der Mehrheit und der Linken fungieren sollte. Wir erreichten 12 Prozent, und die Posten in den Gremien mussten neu besetzt werden. Daher schlug ich vor: Wenn wir 12 Prozent haben, sollten die Posten, analog zur Verteilung der Aktienanteile im Aufsichtsrat eines Unternehmens, auch in Partei und Regierung nach Mitgliedskarten vergeben werden. Sarti beauftragte mich damit. So behielt Taviani das Innenministerium, Gaspari wurde Staatssekretär im Postministerium, Cossiga im Verteidigungsministerium und Sarti im Ministerium für Tourismus und Unterhaltung. Die Angelegenheit wurde öffentlich bekannt, weil Sarti, der gerne scherzte, in Regierungskrisen Journalisten, die nach Vorabinformationen fragten, stets antwortete: ‚Fragen Sie Cencelli.‘“
(Unioneonline)
