Massaker von '93: Anklagen gegen Dell'Utri und Berlusconi (zum sechsten Mal) abgewiesen: „Es fehlen Beweise für ihre Verbindung zur Cosa Nostra.“
Die Hypothese der Ermittler lautete, dass die Massaker-Saison darauf abzielte, die politische Bestätigung von Forza Italia und den Aufstieg des Unternehmers zu fördern.Marcello Dell'Utri und Silvio Berlusconi (Ansa - Maurizio Degl'Innocenti)
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Die Untersuchungsrichterin Patrizia Martucci vom Gericht in Florenz hat die Anklage gegen Marcello Dell'Utri abgewiesen, gegen den im Rahmen der Ermittlungen zu den mutmaßlichen Drahtziehern der Mafia-Massaker von 1993 ermittelt wird.
Laut Richter fehlen „konkrete Beweise für direkte Kontakte bzw. Beziehungen zwischen der Cosa Nostra und Silvio Berlusconi und somit auch zu Marcello Dell’Utri, Berlusconis engem Vertrauten“. Aus diesem Grund unterzeichnete er am 15. Januar die Entlassungsverfügung. Nach dreißig Jahren Ermittlungen ist dies die sechste Entlassung.
Die Ermittlungen der Florentiner Staatsanwaltschaft (DDA) zu den Mafia-Massakern von 1993 in Florenz, Mailand und Rom brachten Silvio Berlusconi und nun auch Marcello Dell'Utri ins Visier. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Massakerkampagne dem politischen Erfolg von Forza Italia und dem Aufstieg Berlusconis dienen sollte. Insbesondere Dell'Utri wurde verdächtigt, den Mafia-Boss Giuseppe Graviano zur Organisation der Massaker angestiftet und um Unterstützung gebeten zu haben.
Laut Anklage diente er als „Indikator für die Anschlagsorte“, um ein Klima des Terrors zu schaffen, das dem neuen politischen Projekt dienlich war. Die Verteidigung von Dell'Utri, dessen Mailänder Wohnung im Juli 2023 durchsucht wurde, bezeichnete diese Hypothesen stets als „abwegig“, stellte die Glaubwürdigkeit der Mittäter infrage und betonte den Mangel an Beweisen, was nun auch der Richter bestätigte, der die Einstellung des Verfahrens anordnete.
(Unioneonline)
