Heute findet der dritte Streik italienischer Journalisten statt: die Positionen von Fnsi und Fieg
Pressemitteilungen des Nationalen Verbandes der italienischen Presse und des Italienischen Verbandes der ZeitungsverlegerPer restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Heute ist der dritte Streiktag der Journalisten des italienischen Presseverbandes. Wir veröffentlichen die vollständige Pressemitteilung des Verbandes sowie die Stellungnahme des italienischen Zeitungsverlegerverbandes (FIEG).
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Fnsi-Pressemitteilung
Italienische Journalisten streiken heute zum dritten Mal. Wir tun dies nicht leichtfertig, aber wir halten es für notwendig, Leser, Gesellschaft und Politik über die Situation in unserem Sektor zu informieren, der für die Demokratie ebenso entscheidend wie fragil ist. Der mit dem italienischen Presseverband Fieg geschlossene Vertrag zur Regelung der Arbeitsbedingungen angestellter Journalisten ist vor zehn Jahren ausgelaufen – Jahre, in denen die Verlage staatliche Unterstützung erhielten, während unsere Gehälter durch die Inflation aufgezehrt wurden. Es gibt keine Regelungen für den Einsatz künstlicher Intelligenz oder eine faire Vergütung für die Autoren von Inhalten, die an Streaming-Anbieter verkauft werden. Noch schlimmer ist die Lage für Tausende freiberufliche und selbstständige Kollegen, die seit Jahren auf die Festlegung ihrer fairen Vergütung warten und daher unterhalb der Armutsgrenze leben. Die Verlage haben durch Dumpingpraktiken im Rahmen der Vertragsgestaltung und den übermäßigen Einsatz prekärer Beschäftigung Lohnkostensenkungen erzielt. Mit unserer Arbeit und unseren täglichen Opfern sind wir die Mehrheitsaktionäre vieler Verlage. Für den italienischen Presseverband Fieg hängen die Würde und die Zukunft der Information von der Vertragsverlängerung, der Wiedereinführung der Löhne und der Verteidigung unserer Rechte ab. Diese Rechte sind keine Privilegien, sondern das Mittel, mit dem wir Bedrohungen innerhalb und außerhalb der Redaktion widerstehen können. Die Würde unserer Arbeit hat einen erheblichen Einfluss auf die Qualität der Informationen, die Sie, die Bürgerinnen und Bürger, erreichen. Deshalb sind wir auch der Ansicht, dass der Sektor besser und umfassender finanziert werden muss und dass diese Finanzierung nicht zur Zerstörung und Verschlechterung von Informationen führen, sondern den Verlagen Einnahmen sichern sollte. Wir Journalistinnen und Journalisten sind bereit, dieses Thema zu diskutieren und uns damit auseinanderzusetzen. Aber was ist mit den Verlagen?
Nationaler Verband der italienischen Presse
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Fieg-Pressemitteilung
Von Beginn der Vertragsverhandlungen an betonten die Verleger von Fieg die Notwendigkeit einer grundlegenden Änderung der Vertragsbedingungen, um Effizienz und Produktivität wiederherzustellen und den neuen Herausforderungen eines von bahnbrechenden technologischen Innovationen geprägten Marktes angemessen zu begegnen. Sie sehen sich gezwungen, einen nationalen Tarifvertrag anzuwenden, der von Starrheit, Einschränkungen und mittlerweile untragbaren Bestimmungen durchzogen ist. Diese beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit, verschärfen die wirtschaftliche Lage der Unternehmen und stellen gleichzeitig ein Hindernis für den Zugang zu neuen Fachkräften dar. Ein Vertrag, der beispielsweise 40 Urlaubstage pro Jahr, die Zahlung einer Zulage für vor 50 Jahren abgeschaffte Feiertage, Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit weit über dem Durchschnitt anderer nationaler Tarifverträge sowie Gehaltssteigerungen aufgrund der Betriebszugehörigkeit vorsieht, die die Inflation mehr als ausgleichen, kann sicherlich nicht als Entwicklungsfaktor gelten. Die Verleger wollen die wirtschaftliche Tragfähigkeit wiederherstellen, um weiteren Schaden für Unternehmen und Fachkräfte zu vermeiden. Zu diesem Zweck wurde die Gewerkschaft aufgefordert, die Herausforderung einer umfassenden Modernisierung des Vertrags anzugehen und konkrete Regelungen einzuführen, um die Einbindung junger Berufstätiger zu fördern, wie es bereits bei der letzten Vertragsverlängerung mit der Gewerkschaft erfolgreich erprobt wurde. Die Verlage haben sich der Diskussion nie entzogen und die Verhandlungen nie abgebrochen. Sie bekräftigen ihre Bereitschaft, die Vertragsverhandlungen fortzusetzen.
Italienischer Verband der Zeitungsverleger
