Unwissentlich fotografierte er die Schüler einer Mittelschule in der Provinz Catania, wo er als Schulassistent arbeitete, und bearbeitete die entstandenen Bilder anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz, indem er sie entkleidete (bis zur vollständigen Nacktheit) und sie neben sich erscheinen ließ, als ob das Foto entstanden wäre, während sie zusammen waren.

Dies ist die Entdeckung, die die Postpolizei von Catania im Zuge von Ermittlungen wegen Verbreitung von Kinderpornografie machte. Die Ermittler waren verblüfft, in den Online-Archiven des Verdächtigen, eines 58-jährigen Schulassistenten, sowohl die „Originalfotos“ der Mädchen, die in verschiedenen Bereichen der Schule aufgenommen worden waren, als auch die mit künstlicher Intelligenz bearbeiteten „gefälschten“ Fotos zu finden, auf denen die ahnungslosen Schülerinnen nackt neben ihm posierten.

Ein Fall von schwerer Entblößung führte zur Festnahme des 58-Jährigen auf frischer Tat. Die Postpolizei von Catania beschlagnahmte bei ihm eine große Menge kinderpornografischer Bilder und Videos, darunter auch solche mit kindlichen Opfern. Nach einer Anhörung vor dem Untersuchungsrichter wurde der Mann unter Hausarrest gestellt.

Die Ermittlungen der Abteilung für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Gruppen der Staatsanwaltschaft Catania gehen auf die Anzeige eines Italieners zurück, dessen Profil kinderpornografisches Material enthielt. Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation National Center for Missing Exploited Children (NCMEC) leitete die Anzeige an das Nationale Zentrum zur Bekämpfung von Online-Kinderpornografie (CNCPO) der römischen Postpolizei weiter, welches sie wiederum an seine Kollegen in der Ätna-Region übermittelte. Cyber-Ermittlungen der Cyber-Spezialisten der Postpolizei Catania führten zur Identifizierung des Schulmitarbeiters, gegen den die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbefehl für seine Person und seine Computer erließ.

Auf den Computergeräten des 58-Jährigen wurde eine beträchtliche Menge an Kinderpornografie sowie Nacktbilder von Schülerinnen seiner Schule gefunden.

Laut dem Verband Meter nimmt das Phänomen der „extremen Nacktheit“ zu: Im vergangenen Jahr entdeckte der Verband im Rahmen von Online-Überwachungsmaßnahmen 8.213 Minderjährige, die Opfer manipulierter Bilder geworden waren, die Nacktheit oder sexuelle Handlungen ohne deren Einwilligung simulierten. Der Verband hält es für unerlässlich, „Prävention, digitale Bildung und Ermittlungsinstrumente zu stärken sowie Plattformen und Entwickler zu mehr Verantwortung zu bewegen“ und appelliert an „Schulen, Familien und Institutionen, den Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum zu einer gemeinsamen Priorität zu machen“.

(Unioneonline)

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