Ehemaliger sardischer 007 wegen Spionage für Russland verhaftet
Der 59-jährige Gavino Raoul Piras hat, wie sein Kollege, der wegen desselben Vorwurfs verhaftet wurde – Weitergabe geheimer Informationen an einen Kontaktmann in Moskau –, einen Hintergrund im Geheimdienst. Gegen vier weitere Personen wird ermittelt.Gavino Raoul Piras, 59, aus Sassari, ehemals Mitarbeiter des italienischen Nationalen Sicherheitsinstituts (AISI), ist einer der beiden 007-Agenten, die im Rahmen der Ermittlungen wegen Spionage für Russland festgenommen wurden. Piras, der seit über zehn Jahren im Ruhestand ist, verfügt über einen umfangreichen Lebenslauf.
Als Absolvent der Politikwissenschaft und Internationalen Beziehungen ist er Autor von „Die Theorie des Informationskapitals“. Piras absolvierte außerdem die NATO-Schule in Oberammergau und nahm an speziellen internationalen NATO-Übungen im Ausland teil, die unter dem Namen „Unified Blade“ bekannt sind. Während seiner Karriere in Italien und im Ausland befasste er sich eingehend mit den Vorgehensweisen von Spionage und Gegenspionage.
Die andere festgenommene Person – beide hatten in den Carabinieri gedient – ist Vincenzo di Pasquale, 59, ursprünglich aus Matera, ebenfalls ein pensioniertes Mitglied der italienischen Armee (AISI). Die anderen Verdächtigen sind Davide Piantanida, 46, aus Foggia; Gianluca Nardella, 47, aus Foggia; Giuseppe Tempesta, 55, aus Bari; Sergio Romeo, 57, aus Messina; und Antonio Guerra, 69, aus Bari.
Laut den Ermittlungen führten sie alle in unterschiedlichen Funktionen Spionagetätigkeiten gegen Bezahlung für einen russischen Geheimdienstagenten durch, der in Italien diplomatische Immunität genießt.
Die Ermittlungstätigkeit der Carabinieri Special Operations Group (ROS) begann im Mai 2025 und führte zu zwei Strafverfahren, die jeweils von der ordentlichen und der Militärstaatsanwaltschaft in Rom eingeleitet wurden.
Im Zuge der Ermittlungen wurden Beobachtungen, Kontrollen, Beschattungen und Durchsuchungen, einschließlich Computerdurchsuchungen, durchgeführt.
Piras, der Hauptverdächtige, soll zahlreiche Gespräche mit dem russischen Agenten geführt haben. Während dieser Gespräche stellte der Russe Anfragen, woraufhin der andere gegen Bezahlung die gewünschten Informationen lieferte. Diese hatte er über seine Quellen erhalten, darunter vier aktive Soldaten in streng geheimen Funktionen. Bei den Durchsuchungen wurden rund 20.000 € Bargeld gefunden und beschlagnahmt.
Verteidigungsminister Guido Crosetto: „ Es darf keinerlei Toleranz geben, insbesondere nicht gegenüber Personen in verantwortungsvollen Positionen, die die Sicherheit der Republik gefährden oder beeinträchtigen. Der Schutz der nationalen Sicherheit, geheimer Informationen und Institutionen ist ein vorrangiges Staatsinteresse und darf in keiner Weise beeinträchtigt werden. Das Verteidigungsministerium wird alle weiteren Initiativen ergreifen, um die Integrität seiner Strukturen zu wahren.“
