Andrea Monticini, Professor für Ökonometrie an der Katholischen Universität Mailand, spricht über die hohen Treibstoffpreise, die Ende August für Bürger und Unternehmen einen Albtraum darstellen.

Die Benzin- und vor allem die Dieselpreise steigen ständig. Was ist da los?

Wir erleben derzeit einen Preisschock bei Benzin und vor allem bei Diesel. Betrachten wir zunächst die Fakten. Benzin und Diesel sind deutlich weniger verfügbar als noch vor wenigen Monaten. Die Rohstoffe sind knapp, und der höhere Preis spiegelt diese Situation wider.

Welche Maßnahmen sind erforderlich, um Preissteigerungen entgegenzuwirken?

Die Senkung von Verbrauchssteuern oder das Anbieten von Rabatten verschleiert das Problem. Es gibt einen grundlegenden Punkt, mit dem wir beginnen müssen.

Welche?

Wir müssen weniger konsumieren. Höhere Preise zwingen uns, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Das ist unangenehm. Es ist eine Lösung, die wir alle verständlicherweise vermeiden möchten, aber wir befinden uns in einer Notlage, die wir nicht beeinflussen können. Alles begann mit einem starken Anstieg der Ölpreise Ende Februar infolge der Nahostkrise. Italien und Europa leiden unter den Folgen der internationalen Lage. Die Krise dauert noch an. In Ländern, die an vorderster Front der Ölförderung und -verarbeitung liegen, toben Kriege. Solange diese schrecklichen Konflikte nicht beigelegt sind, wird es schwierig sein, eine Lösung für die hohen Kraftstoffpreise zu finden.

Professor, wie soll ich vorgehen?

Das Wichtigste zuerst: Man sollte das Problem nicht durch unwirksame Maßnahmen verschleiern.

Was kann man für Menschen in Not tun?

Die Regierung muss alle verfügbaren Ressourcen mobilisieren, um die am stärksten von Energiekosten betroffenen Familien und Unternehmen zu schützen. Gezielte Maßnahmen mit präzisen Transferleistungen sind notwendig, um die Kosten für diejenigen zu senken, die am dringendsten Hilfe und Schutz benötigen. Die übrige Bevölkerung muss Wege finden, ihren Konsum zu reduzieren.

Also Sparmaßnahmen mit alternativen Lösungen zum Auto.

Genau. Öffentliche Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften. Es müssen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um den Konsum zu reduzieren. Wir befinden uns in einer neuen Situation, die solche Reaktionen erfordert.

Wie lange hält es?

Niemand kann sagen, wie lange der Preisschock anhalten wird. Wir müssen mit diesem Problem leben, das die Regierung mit Notlösungen sicherlich nicht lösen kann.

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