Das Füttern von streunenden Katzen ist verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen von bis zu 500 € geahndet. Allein diese Zeilen genügen, um in den sozialen Medien Empörung auszulösen und in den Redaktionen Italiens für Aufsehen zu sorgen. Doch hinter der Verordnung, die am 13. Oktober 2025 vom Bürgermeister von Comabbio, Mariolino Deplano, unterzeichnet wurde, verbirgt sich kein Feldzug gegen Tiere. Ganz im Gegenteil. Es handelt sich um eine Verwaltungsmaßnahme zum Schutz der Tiere, die eine außer Kontrolle geratene Situation regeln soll.

Mariolino Deplano, 69, der seit einem Jahr Bürgermeister dieser Wohnstadt mit 1.200 Einwohnern in der Provinz Varese ist, ist ins Visier der Medien geraten.

Der gebürtige Sarde – geboren in Tertenia, Vater von Gairo und Mutter von Baunei – verließ die Insel im Alter von acht Jahren, aber Sardinien, sagt er in Limba, „ist in meinem Herzen und in meinem Blut“. Bevor er sich vor zwölf Jahren in Comabbio niederließ, fernab vom „Chaos der Stadt“, bezeichnete er sich selbst unverblümt als „Vagabund“.

Heute ist er Gegenstand einer Kontroverse, die über die Grenzen der Lombardei hinausreicht. Eine städtische Verordnung verbietet es Anwohnern, Katzen zu füttern, die zwischen der Via Lucio Fontana, der Via ai Prati und den umliegenden Gebieten leben.

Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick grausam erscheint. Doch in Wirklichkeit beruht sie auf einer gemeinsamen Vorgehensweise mit dem Veterinärdienst ATS Insubria.

„Man wirft mir vor, gegen Katzen zu arbeiten“, sagt Deplano, „aber das Gegenteil ist der Fall. Diese Maßnahme dient dem Schutz ihrer Gesundheit, der Verhinderung der Ausbreitung von Krankheiten und der Kontrolle der Katzenpopulation. Und ich sage das als Tierliebhaber: Ich habe selbst sechs Katzen zu Hause.“

Der Kern des Problems liegt genau hier. In dem von der Verordnung betroffenen Gebiet hat die Gemeinde offiziell eine Katzenkolonie eingerichtet und deren Verantwortung dem Bürgermeister selbst übertragen.

Die Kolonie wurde gegründet, um eine Gruppe von Katzen zu betreuen, die im Laufe der Zeit aus Tieren entstanden war, die ursprünglich im Besitz einer Privatperson waren.

Heute werden Fütterung, tierärztliche Versorgung und Schutz nach präzisen und kontrollierten Verfahren gemäß den Vorgaben des italienischen Nationalen Gesundheitsdienstes (ATS) organisiert. Eine willkürliche Fütterung ohne Regeln oder Kontrollen hingegen begünstigt Überpopulation, Konflikte zwischen den Tieren und Gesundheitsrisiken.

Diesen Aspekt scheinen viele Kritiker zu ignorieren und beschränken sich auf empörte Kommentare in den sozialen Medien, oft auf dem Facebook-Profil des Bürgermeisters selbst, wo er sogar als „Bandit“ bezeichnet wurde. Doch schon ein einfaches Lesen der Verordnung genügt, um zu verstehen, dass es sich nicht um eine Strafmaßnahme handelt: Bisher wurden keine Bußgelder verhängt.

Die Maßnahme geht über ein einfaches Fütterungsverbot hinaus. Grundstückseigentümer sind verpflichtet, verlassene Gebäude, Keller, Dachböden und ungenutzte Nebengebäude ausreichend abzudichten, um unkontrollierte Katzenunterkünfte zu verhindern.

Auch Privatpersonen sind für die Reinigung und Desinfektion ihrer eigenen Abfälle und organischen Abfälle verantwortlich.

Kurz gesagt, der sardische Bürgermeister, der sich unfreiwillig im Rampenlicht wiedergefunden hat, verfolgt eine klare Linie: weniger Emotionen, mehr Verantwortung – „selbst wenn es um Katzen geht“.

© Riproduzione riservata