Das Recht, gehört zu werden: Vor achtzig Jahren wählten Frauen zum ersten Mal.
Die öffentliche und pflichtgemäße Anerkennung einer Staatsbürgerschaft, die bis dahin verweigert worden war, Mattarella: „Ein wahrer demokratischer Wendepunkt.“Am 2. Juni 1946 durften erstmals alle italienischen Frauen wählen und an der Entscheidung zwischen Monarchie und Republik sowie an der Wahl der Mitglieder der Verfassungsgebenden Versammlung (ANSA) teilnehmen.
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Vor achtzig Jahren betraten Millionen italienischer Frauen zum ersten Mal eine Wahlkabine, um über die Zukunft des Landes zu entscheiden. Es war der 2. Juni 1946. Italien erhob sich aus den Trümmern des Krieges und bereitete sich darauf vor, nicht nur zwischen Monarchie und Republik, sondern auch dem zukünftigen Gesicht seiner Demokratie zu entscheiden.
Die Fotos jenes Tages sagen mehr als alle Geschichtsbücher zusammen. Bewegte Gesichter, Hände, die Wahlkarten umklammern, ordentliche Schlangen vor den Wahllokalen. Frauen, jung und alt, Arbeiterinnen und Lehrerinnen, Bäuerinnen und Bäuerinnen und Büroangestellte . Manche hatten Söhne, Ehemänner, Brüder verloren. Viele hatten sich am Widerstand beteiligt.
Sie alle waren der Ansicht, dass das Wahlrecht nicht nur ein ihnen zustehendes Recht war, sondern die öffentliche und pflichtgemäße Anerkennung einer Staatsbürgerschaft, die ihnen bis dahin von den Institutionen verweigert worden war.
„Ein Zeichen für einen wahrhaft demokratischen Wandel in unserem Land war die erstmalige Zulassung der Frauen zur Wahl im Jahr 1946“, sagte Präsident Sergio Mattarella. „Ein neuer Weg, gegründet auf Frieden, Freiheit, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit, verankert in der Verfassung, die am 1. Januar 1948 in Kraft trat.“
Frauen spielten bei dieser ersten Wahl eine entscheidende Rolle und hatten großen Einfluss: 12.998.131 Frauen gaben ihre Stimme ab, verglichen mit 11.949.056 männlichen Wählern. Und auf den Bänken der Verfassungsgebenden Versammlung saßen die 21 ersten weiblichen Abgeordneten, damals als „Verfassungsmütter“ bekannt, die darauf bedacht waren, die Hoffnungen derer, die sie gewählt hatten, nicht zu enttäuschen.
Achtzig Jahre später hat diese erste Wahl eine erstaunlich aktuelle Bedeutung. Denn demokratische Errungenschaften sind niemals endgültig: Sie leben von der Beteiligung, dem bürgerschaftlichen Engagement und der Entschlossenheit, nichts als selbstverständlich anzusehen.
Im Juni 1946 war der Kampf um das Recht auf Gehör der Höhepunkt jahrzehntelanger kultureller, sozialer und politischer Auseinandersetzungen von Bürgern, die in einem Land, das sie lediglich als Hausengel betrachtete, die volle Anerkennung als solche forderten. Es war der Ausgangspunkt für eine gerechtere Gesellschaft.
