„Ausgebeutete Fahrer“: Foodinho-Glovo unter gerichtlicher Überprüfung
Laut Mailänder Staatsanwaltschaft liegen die Löhne „unterhalb der Armutsgrenze“.Per restare aggiornato entra nel nostro canale Whatsapp
Der Mailänder Staatsanwalt Paolo Storari hat ein Eilverfahren gegen Foodinho, den Lieferdienst des spanischen Konzerns Glovo, wegen des Verdachts auf Bandenbildung angeordnet. Den Ermittlungen zufolge wurden die 40.000 Lieferfahrer in ganz Italien mit Löhnen unterhalb der Armutsgrenze bezahlt, was einer Ausbeutung gleichkommt. Ein Richter im Vorverfahren muss nun über die gerichtliche Überprüfung entscheiden, die die Einsetzung eines Zwangsverwalters für das Unternehmen zur Folge hätte. Dies folgt auf die heutige Eilanordnung der Mailänder Staatsanwaltschaft, die bereits ähnliche Ermittlungen gegen andere Großunternehmen, darunter Logistikfirmen, wegen Arbeitsausbeutung geführt hat.
Im Zuge der Ermittlungen der Carabinieri-Arbeitsinspektion wird gegen den Spanier Pierre Miquel Oscar, Direktor von Foodinho (gegen das Unternehmen ebenfalls ermittelt wird), wegen Bandenbildung ermittelt. Staatsanwalt Storari schreibt, dass er als alleiniger Geschäftsführer „Arbeiter unter ausbeuterischen Bedingungen beschäftigte und deren Notlage ausnutzte“.
Konkret heißt es in dem Dekret: „Es zahlte bedürftigen Fahrern im Raum Mailand und landesweit (etwa 2.000 bzw. 40.000 Beschäftigte) einen Lohn, der in einigen Fällen bis zu 76,95 % unter der Armutsgrenze und bis zu 81,62 % unter dem Tarifvertrag lag.“ Angesichts der Art und des Umfangs der geleisteten Arbeit garantieren diese Summen den Fahrern kein menschenwürdiges Leben und stehen im Widerspruch zu den von den Gewerkschaften unterzeichneten Tarifverträgen.
(Unioneonline)
