Das Gymnasium BR Motzo für Klassische, Sprach- und Geisteswissenschaften öffnet seine Pforten für die Öffentlichkeit und lädt zu einem Eintauchen in die Wurzeln des westlichen Denkens ein: Ab dem 21. Januar wird eine Reihe von Veranstaltungen zur griechischen Sprache und Kultur wieder aufgenommen. Die Angebote richten sich an Schüler, Lehrer und alle Interessierten, die sich unvoreingenommen mit den Grundlagen unseres Wortschatzes und unserer Vorstellungskraft auseinandersetzen möchten. Für einige Nachmittage verwandelt sich die Schule in einen kulturellen Treffpunkt und einen Ort für Diskussionen jenseits des gewohnten Unterrichtsalltags.

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, den 21. Januar um 16:30 Uhr mit der Konferenz „Die altgriechische Sprache: Die Faszination einer Entdeckung“. Professor Gianfranco Rosas wird die Eröffnungssitzung leiten: Die methodische Prämisse ist klar: Griechisch ist kein Museumsstück, sondern ein Werkzeug zur Interpretation der Moderne, ein Laboratorium von Wörtern, Kategorien und Nuancen, das auch heute noch politische, ethische und philosophische Konzepte verdeutlichen und unser Verständnis der Wörter vertiefen kann, die uns definieren: Demokratie, Krise, Politik, Ethik, Tragödie.

Nach der ersten Aufführung widmet sich die Reihe jeden Mittwoch dem Kern des tragischen Dramas, in dem das Theater zum Medium kollektiven Verständnisses wird. Das Programm beleuchtet das Zusammenspiel von Schuld und Strafe in Aischylos’ Orestie-Trilogie, interpretiert als Übergang von privater Rache zur staatlichen Gerechtigkeit; anschließend Sophokles’ König Ödipus, der das Rätsel des Unvorhersehbaren und die Suche nach der Wahrheit erforscht; und schließlich Euripides’ Medea, die den Konflikt zwischen Vernunft und Irrationalität, zwischen Logos und Leidenschaft untersucht.

Die Initiative versteht sich als Raum für Diskussion und Neuaneignung: eine Rückkehr zu den Klassikern nicht aus Nostalgie, sondern um die Gegenwart zu untersuchen. Es geht darum zu verstehen, welche dort entstandenen Denk- und Erzählformen die Gegenwart weiterhin prägen und warum die griechische Sprache einer der ergiebigsten Schlüssel zu ihrem Verständnis bleibt. Im Kern ist es eine Einladung, antike Fragen neu zu betrachten, um die Fragen von heute zu beantworten.

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