Vier Namen, die offene Wunden im kollektiven Gewissen Italiens darstellen: Giulia Cecchettin, Giulia Tramontano, Sarah Scazzi und Yara Gambirasio. Zerbrochene Geschichten, Symbole geschlechtsspezifischer Gewalt, die sich weiterhin im Stillen und in Gleichgültigkeit entfaltet. In diesem Kontext entstand „Il tempo muto“ (Die Stille Zeit), ein Lied, das das Schweigen brechen und das Gewissen aufrütteln soll, um uns aufzufordern, die Augen vor der Gewalt nicht zu verschließen.

Das Lied versteht sich als kollektiver Aufruf zur Verantwortung und verwandelt Musik in einen Raum für Zeugnis und Bewusstsein. Wie eine seiner zentralen Passagen verdeutlicht, wird die Nacht symbolisch zum Kampf „aller“ gegen das Böse und unterstreicht damit, dass sich niemand von dieser Tragödie ausgenommen wähnen kann.

Das Lied wird von der Künstlerin Susanna Congiu interpretiert, die ursprünglich aus Guamaggiore stammt und in Sénorbì lebt. Sie ist seit über dreißig Jahren in der Musikszene von Trexenta und darüber hinaus aktiv. „Das Lied war ein Geschenk der Songwriter“, erklärt sie. „Sie waren der Meinung, meine reife Stimme könne es bereichern. Ich habe über ein internationales Netzwerk für Gesang und Musik Kontakt zu ihnen aufgenommen, in dem Künstler aus aller Welt dieselbe Leidenschaft teilen.“

Die Stärke des Projekts liegt nicht nur in seiner Bedeutung, sondern auch in seinem chorischen Charakter: Susanna Congiu (Gesang, Klavier und Keyboard) fungierte als Katalysator und bezog wichtige lokale Künstler und Musiker in diese Mission in einer echten Teamleistung ein, bei der jeder Mitarbeiter seinen eigenen Funken beisteuerte, um einem gemeinsamen Hilferuf Nachdruck zu verleihen, der nicht auf eine bloße Aufführung reduziert werden soll.

Eine kreative Reise, die die Exzellenz von Trexenta mit einem internationalen Netzwerk aus der Musik- und Gesangsszene verbindet. Die Texte stammen von Valentina d'Adamio und Andrea Diego Masala, die Musik vom österreichischen Musiker sardischer Herkunft, Andrea Diego Masala, und seiner Band Blutwerk. Das instrumentale Fundament bildet Fabio Sirigus Gitarre, unterstützt von Schlagzeuger und Perkussionist Paolo Pisano und Multiinstrumentalist Giuseppe Cocco, der auch die technische Produktion in den LQM Studios übernahm. Das Mastering erfolgte in denselben Studios in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Toningenieur David Müller. Der Vertrieb liegt bei Andrea Diego Masalas Label Kgbmad Records, das auch die Veröffentlichung des Songs übernimmt. Simone Sitzia von Senorbì gestaltete ein eindrucksvolles Cover, das zum Nachdenken über geschlechtsspezifische Gewalt anregen soll.

In einem Kontext, in dem das Thema Femizid wieder in den Mittelpunkt der politischen Debatte gerückt ist, auch nach den jüngsten unüberlegten Äußerungen eines italienischen Europaabgeordneten, wählt "Il tempo muto" die universelle Sprache der Musik, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, angesichts aller Formen von Gewalt gegen Frauen wachsam zu bleiben.

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