Literatur und bildende Kunst treffen in Castelsardo unter dem Motto Grazia Deledda aufeinander. Am Samstag, dem 19. September, findet im Castello Doria die Konferenz „Malen mit Worten. Grazia Deledda und die Kunst des 20. Jahrhunderts“ statt, die von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Verein In Schibboleth organisiert wird. Die Konferenz steht in engem Zusammenhang mit der Ausstellung „Rückkehr ins 20. Jahrhundert. Sardische Kunst des 20. Jahrhunderts – Die Sammlung De Montis“, die noch bis zum 23. September im Schloss zu sehen ist. Die wissenschaftliche Leitung der Konferenz übernimmt Angela Guiso, Autorin zahlreicher Studien über Grazia Deledda und andere Protagonisten der zeitgenössischen italienischen Literatur sowie Mitherausgeberin des Bandes „Grazia Deleddas malerische Ästhetik“ zusammen mit Virginia A. Picchietti von der University of Scranton (USA). Dieses Werk ist die einzige 2025 in Amerika erscheinende Publikation, die Deleddas literarisches Schaffen aus künstlerischer Perspektive analysiert. Die Konferenz bringt führende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Forschung und Kunst zusammen. Sie gliedert sich in eine Vormittagssitzung (9:30 und 12:30 Uhr) und eine Nachmittagssitzung (15:30 und 16:30 Uhr). Zu den Referenten gehören Davide Mariani von der Akademie der Schönen Künste Sassari, Angela Guiso, Efisio Carbone vom ISRE-Museumskomplex, Duilio Caocci und Clara Incani Carta von der Universität Cagliari sowie der bildende Künstler Igino Panzino. Die Moderation übernimmt Federico Piras. „Zum hundertsten Jahrestag des Nobelpreises“, kommentierte Bürgermeisterin Maria Lucia Tirotto, „ist Sardinien der Ansicht, dass es keine Mühen scheuen sollte, das Bewusstsein und die Wertschätzung für das Werk von Grazia Deledda zu fördern. Sie ist die einzige italienische Schriftstellerin, die den Nobelpreis für Literatur erhalten hat und deren Werk in der Bildung der neuen Generationen noch immer nicht die ihr gebührende Präsenz findet. Castelsardo möchte dazu beitragen, indem es die Modernität und den Reichtum ihres Werkes aus verschiedenen Perspektiven neu beleuchtet.“ „Die Präsenz von Werken der Meister des 20. Jahrhunderts im Schloss“, betont Kulturdezernentin Maria Speranza Frassetto, „ermöglicht es uns, Deledda im kulturellen und bildlichen Kontext ihrer Zeit neu zu lesen. Worte und Bilder tragen zur Konstruktion eines imaginären Sardiniens bei, das sich gerade in jenen Jahren der Moderne stellte und sich einer europäischen Dimension öffnete.“

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