In Roberto Pilis Ausstellung Stato Migrante, die anlässlich der Künstlernacht von der Kunst- und Musikhochschule Foiso Fois in Cagliari veranstaltet wurde, wird die Fotografie zu einem Werkzeug der Erinnerung, des Zeugnisses und der bürgerlichen Reflexion.

Die von Giacomo Pisano kuratierte Ausstellung ist in den ehemaligen Werkstätten auf der Piazza Martiri delle Foibe untergebracht, historischen Stätten, die der Stadt zurückgegeben wurden und heute ein Symbol für die kulturelle Erneuerung sind.

Stato Migrante wurde 2017 erstmals im jüdischen Ghetto in Cagliari präsentiert, wo es breite öffentliche und kritische Anerkennung fand. Heute kehrt es in neuem Gewand zurück, erfüllt von neuen Bedeutungen dank des Dialogs mit einem wiedergeborenen Raum und einer Schulgemeinschaft, die sich der künstlerischen Bildung und der Zeitgenossenschaft verschrieben hat.

Seit 2011 begleitet und dokumentiert Roberto Pili die Ankunft von Migranten und hat so ein Werk von starker menschlicher und visueller Wirkung geschaffen. Sein fotografischer Blick wendet sich von der Rhetorik des Notstands ab und konzentriert sich auf die Menschen: Gesichter, Gesten und Erwartungen.

Die Bilder erzählen nicht nur die Geschichte der Ankunft, sondern den gesamten Weg von der Ausschiffung bis zur schwierigen sozialen Wiedereingliederung und verleihen so Geschichten, die oft auf Zahlen reduziert werden, wieder Würde und Komplexität.

Migration erweist sich somit als existenzielle und zugleich politische Bedingung, als eine Erfahrung, die Identitäten, Territorien und Grenzen überschreitet.

Pilis fotografische Sprache, direkt und unvermittelt, konstruiert eine intensive visuelle Erzählung, die den Betrachter herausfordert und zu tiefgründigen Reflexionen über die Gegenwart anregt.

Mit dem Tag der offenen Tür, der für Donnerstag, den 29. Januar 2026, von 18:00 bis 22:00 Uhr geplant ist, wird das Ex Officine del Foiso Fois offiziell als neues Zentrum für Kreativität und Ausbildung eröffnet.

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