„Flughäfen in Privatbesitz? Auf der Insel ist maximale Transparenz erforderlich.“
Paolo Angius, Rechtsanwalt und Verkehrsexperte, äußert sich auf Videolina: „Die kommunale Zusatzsteuer sollte abgeschafft werden; Billigfluggesellschaften sind eine Ressource.“Video di Nicola Scano
Wird 2026 das Jahr von „Sardegna Aeroporti“? Der künftigen Holdinggesellschaft, die die Flughäfen Sardiniens kontrollieren wird, fehlt noch ein wichtiger Meilenstein: das Urteil (Anhörung Ende Februar) über die Rechtmäßigkeit der ersten Fusion zwischen Alghero und Olbia.
Die Region hat 30 Millionen Euro für eine Beteiligung von rund 10 % reserviert. Kritiker argumentieren, das sei zu wenig, um wirklich ins Gewicht zu fallen. Der aus Cagliari stammende Anwalt Paolo Angius leitete 2015 die Fusion der Flughäfen Pisa und Florenz zum Unternehmen „Toscana Aeroporti“.
Er befürwortet die private Trägerschaft (den F2I-Fonds), stellt aber klar: „Eine Inselregion braucht unbedingt eine starke öffentliche Präsenz in der Körperschaft der Flughäfen.“
Hier steht das Recht auf Mobilität auf dem Spiel. Die Sarden müssen fliegen.
Die Region muss in der künftigen Holdinggesellschaft effektive Macht anstreben. Wenn nicht die alleinige Kontrolle, so doch zumindest ein Mitspracherecht in einigen Angelegenheiten und ein Vetorecht in anderen. Die Toskana ist ein gut vernetztes Gebiet mit Eisenbahn- und Straßennetz. Sardinien hingegen ist ein Sonderfall; dort herrscht ein Infrastrukturdefizit, das die Entwicklung, den Tourismus und die Ansiedlung von Investoren beeinträchtigt. Man sollte nicht vergessen, dass Regionen, Provinzen und Gemeinden überall einen erheblichen Einfluss auf die Gebietsvermarktung und die von ihnen unterstützten Verkehrswege haben. Sie wirken effektiv an der Verwaltung mit, auch außerhalb der Regierungsführung.
Die zukünftige regionale Beteiligung erscheint gering.
„Die Bedeutung eines Unternehmens hängt auch vom Einfluss seiner Mitarbeiter, ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen ab. Stärke und Autorität spiegeln sich nicht allein im Aktienkapital wider. Entscheidend ist das Gewicht der abgegebenen Stimmen im Aufsichtsrat, also wie ein bestimmter Prozentsatz der Aktien verwaltet wird.“
Was halten Sie von der aktuellen Flughafenverwaltung?
Die Flughäfen Sardiniens funktionieren gut. Dies ist zum Teil dem Zusammenspiel des öffentlichen Sektors zu verdanken. Der Flughafen Cagliari ist meiner Ansicht nach jedoch nur halböffentlich, da die Handelskammer letztlich wie ein privates Unternehmen agiert. Die Managementgesellschaften in Italien sind insgesamt sehr gut, auch wenn sie mit F2I und Aeroporti di Roma eine Quasi-Monopolstellung einnehmen. Es zeichnen sich jedoch Szenarien ab, die eine nationale Strategie für den Flughafensektor erforderlich machen.
Was denn? Ich glaube nicht, dass es eine Krise im Luftverkehr gibt...
„Ganz und gar nicht. Bis 2035 werden einhundert Millionen zusätzliche Passagiere den italienischen Luftraum bevölkern. Gleichzeitig laufen die Konzessionen der wichtigsten Flughäfen in 15 bis 20 Jahren aus.“
Er sagt mir, dass Managementgesellschaften vor einer Investition absolute Gewissheit über die Zukunft haben müssen.
„Ich bin der Meinung, dass die gesamte Flughafenpolitik überdacht werden muss. Um den Transport für diese einhundert Millionen Passagiere zu gewährleisten, sind Infrastruktur und Investitionen erforderlich. Und es bedarf einer ernsthafteren Auseinandersetzung mit dem Thema.“
Wir sind saisonabhängig. Ist das ein Problem für private Anbieter? Auf Sardinien werden die Geschäfte hauptsächlich im Sommer abgewickelt.
„Der Gemeindezuschlag muss abgeschafft werden. Andernfalls werden die großen Billigfluggesellschaften keine neuen Ressourcen investieren. Vergessen wir nicht, dass Ryanair seit über zehn Jahren die führende Fluggesellschaft für Italiener ist. Sowohl der öffentliche als auch der private Sektor müssen in diese Richtung entscheiden.“
Im Vergleich zum F2I-Netzwerk sind wir klein. Besteht für uns die Gefahr, an Bedeutung zu verlieren?
Im aktuellen Marktumfeld ist F2I der führende Anbieter. Die direkte Kontrolle mehrerer Managementgesellschaften führt zu einer größeren Marktmacht. Die Situation auf Sardinien sollte nicht unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden; hierfür halte ich eine gesonderte Analyse für notwendig. Zwar mag ein und derselbe Anbieter für Alghero, Olbia und Cagliari durch günstigere Preise einen Wettbewerbsvorteil gegenüber manchen anderen Unternehmen haben, doch bedeutet dies nicht zwangsläufig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Gesamtmarkt.
Verkauf von Sogaer von der Handelskammer an F2I: Der Rechnungshof fordert eine Ausschreibung.
„Es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen. Die Privatisierung muss so transparent wie möglich erfolgen, und die Interessenten müssen ihre Managementfähigkeiten voll entfalten können. Davon hängt auch der Wohlstand der Insel ab.“
Nicholas Scano
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