Gianmarco Tamberi ist wieder einmal der König Europas. Kurz nach Nadia Battoclettis Triumph über 10.000 Meter besiegelte Gimbo mit seiner Goldmedaille im Hochsprung den triumphalen Abend für die italienische Nationalmannschaft – in einem Wettkampf, bei dem Matteo Sioli Bronze gewann.

Sein erster Sprung über 2,18 m war schwach, doch Tamberi fand dann zu seinem Rhythmus und übersprang 2,23 m und 2,27 m. Neben ihm startete Matteo Sioli, der nach dem Gewinn seiner persönlichen Bronzemedaille und des italienischen Doppelsiegs verletzungsbedingt aufgeben musste. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem italienischen Superstar und seinem ukrainischen Rivalen Oleh Doroshchuk. Tamberi legte los, feuerte sein Publikum an, gab den Ton an und schaffte es nach einem Fehlversuch, die Latte von 2,32 m zu überspringen. Doroshchuks Versuch, die Latte zu überspringen, war vergeblich; Gianmarco gewann eine weitere Goldmedaille und untermauerte seine Dominanz in Europa.

Die vermeintlich missglückten Sprünge der Qualifikation wurden für seine Tochter Camilla, die im Publikum saß, um ihren „Babà“ an seinem ersten Geburtstag anzufeuern, zu einem Meisterwerk. Ihr Vater hatte es ihm nur wenige Stunden zuvor in einem Instagram-Post versprochen, bevor er erneut Europameister wurde: „Es ist ein unermessliches Privileg, dich heute Abend auf der Tribüne sitzen und im Takt klatschen zu sehen. Vielleicht ist es Zufall, vielleicht Schicksal, aber Tatsache bleibt: Heute fliege ich wieder für dich.“ Ein Versprechen gehalten.

Ein perfekter Tag für das italienische Team, gekrönt von Fausto Desalus Bronzemedaille über 200 Meter (seine erste Einzelmedaille in seiner langen Karriere). Der Auftakt in Birmingham gelang mit einem neuen italienischen Rekord der italienischen 4x400-Meter-Staffel der Männer in 2:58,10 Minuten. Dank dieses neuen Rekords erreichten Edoardo Scotti, Luca Sito, Mohamed Soudassi und Lorenzo Benati das Finale und stellten dort ebenfalls einen Meisterschaftsrekord auf.

Italien führt derzeit den Medaillenspiegel mit 5 Gold-, 2 Silber- und 3 Bronzemedaillen an. Großbritannien (4-5-1) und Deutschland (3-5-4) folgen. Frankreich, die Schweiz und Norwegen haben ebenfalls jeweils drei Goldmedaillen gewonnen.

(Unioneonline)

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